Hilfarth: Mahnende Worte auch an den Schiedsrichter

Hilfarth : Mahnende Worte auch an den Schiedsrichter

Die Spruchkammer des Fußballkreises Heinsberg unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Umberto de Gavarelli hatte in einem schwierigen Fall ein „annehmbares” Urteil gesprochen.

Sie musste einerseits die Beleidigungen von drei Spielern von Viktoria Doveren gegen Schiedsrichter Stefan Bücher während des A-Liga-Spiels und nach der Partie beim SC 09 Erkelenz am 11. Mai ahnden.

So verhängte sie sechs Wochen Sperre bis zum 22. Juni gegen Gunar Gers wegen wiederholter Schiedsrichterbeleidung, muss Torwart Frank Kriegel wegen Unsportlichkeit und Schiedsrichterbeleidigung bis zum 6. Juli pausieren und bekam Trainer Antonio Barata in seiner Fuktion als Spieler wegen Schiedsrichterbeleidigung vier Wochen Sperre bis zum 9. Juni aufgebrummt.

Alle drei müssen je 25 Euro Ordnungsgeld zahlen und sich die Verfahrenskosten teilen. Gegen den lizenzierten Trainer Barata hätte die Bezirksspruchkammer verhandeln müssen.

Andererseits hatte sich aber auch der Schiedsrichter nicht so verhalten, wie man es allgemein erwartet. „Wir sind der Meinung, dass Ihr Verhalten auf dem Platz dazu beigetragen hat”, formulierte de Gavarelli in der mündlichen Urteilsbegründung in Richtung Schiedsrichter. Bücher solle in Zukunft sorgsamer und anders mit den Spielern umgehen.

Der Ton machte offensichtlich die Musik. „Das Verhalten des Schiedsrichters war nicht in Ordnung, da hat sich bei uns Vieles aufgestaut”, so Spielführer Gunar Gers. Bücher habe die Doverener immer als „Jungs” bezeichnet.

So hatte er den Doverener Samir Zorgane in der 68. Minute zweimal lautstark herbeizitiert, um ihm die Gelbe Karte zu zeigen. Das brachte Gers auf die Palme. „Das sind nicht Deine Jungs”, will er mehrfach zum Schiedsrichter gesagt haben.

Gers gab zu, dass dabei auch andere, beleidigende und bedrohende Worte gefallen sind. Bücher zeigte ihm Gelb-Rot und bat den Erkelenzer Spielführer, dafür zu sorgen, dass Gers von einem Platzordner aus dem Stadion begleitet würde. Erkelenz führte zu diesem Zeitpunkt mit 2:1. Dass er lauter werde, wenn „alle zwei Minuten alle Spieler einer Mannschaft meckern”, gestand der Schiedsrichter ein.

Als dann ein Erkelenzer allein auf das Tor zulief, wurde er von Torwart Frank Kriegel 14 Meter vor dem Tor zu Fall gebracht. Bücher gab Elfmeter und zeigte Rot, der Torwart war außer sich. „Was bist Du für ein Drecksack!”, war die Beleidigung, die er zugab. Bücher hatte in seinem umfangreichen Zusatzbericht noch weitere „Nettigkeiten” notiert.

Nach dem Spiel - Erkelenz hatte 8:1 gewonnen - hatte sich der Schiedsrichter den Spielbericht geholt, um ihn in seiner Kabine auszufüllen. Doverens Trainer Antonio Barata, der sich in der 75. Minute als Spieler eingewechselt hatte, habe ihn in der Kabine aufgesucht, seine Leistung kritisiert und ihn beleidigt.

Bücher wollte sich in der Erkelenzer Kabine duschen und sei vor der Kabine von Barata bedroht worden. Antonio Barata bat um das Duplikat des Spielberichts. Im Bericht waren aber die Einwechselspieler der Viktoria noch nicht vermerkt.

Und so musste Barata bis etwa eine Stunde nach Spielschluss warten („Das ist fast als Provokation zu sehen”, befand die Kammer) und anschließend hinter Bücher ins Erkelenzer Vereinsheim trotten.

Die Ersatzspieler konnte er nicht mehr eintragen, weil die Spielerpässe schon weg waren. Als Barata das Duplikat dann endlich bekam, hatte er Bücher noch beleidigt.