Gangelt: Magier mit sonorer Stimme

Gangelt : Magier mit sonorer Stimme

Auf Einladung des Rotary-Clubs Heinsberg gastierte der Künstler Oliver Steller in der Langbroicher Bürgerhalle, die mit über 300 Gästen sehr gut besucht war. Heinrich Heine widmet sich Steller in seinem Programm „Schlage die Trommel und fürchte dich nicht”.

Natürlich hatte sich niemand zu fürchten und eine Trommel stand halb versteckt hinter einem Vorhang der Bühne. Geschlagen wurde aber die Trommel zu Werbezwecken von Lutz Vorbach, dem Gangelter Galeristen und Rotary-Mitglied, der den Kontakt vermittelt hatte.

Wie schön es doch sei, einem so großartigen Künstler zu lauschen und damit der guten Sache zu dienen, begrüßte Vorbach auch namens des Präsidenten Hans-Oskar Jülicher. Oliver Steller trat ohne Honorar auf, Einnahmen und Spenden kommen zur Gänze dem Kampf gegen die Kinderlähmung zugute.

Eine leichte Erkältung hinderte Oliver Steller ab und an daran, die ganz hohen Töne zu treffen. Ansonsten begeisterte der Magier mit der sonoren Stimme sein Publikum in gewohnter Manier. Steller begann mit „Harry” Heines ersten Tönen nach seiner Geburt am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf. Das sein Vater Samson Jude war, sollte dem jungen Heine, gut 100 Jahre vor dem Nazi-Terror, im Antisemitismus dieser Zeit schon viele Probleme bereiten.

Mit Gesten und Mimik spielt Steller Heine; immer wieder greift er zur Gitarre. Einmal spielt er eine seltsame e-Gitarre mit eingebautem Lautsprecher und einmal - ganz am Schluss - greift er zu einer klassischen Gitarre, die 1856, in Heines Todesjahr gebaut wurde. Traumhaft war der Klang des Instruments. Alle Geschichten, Anekdoten und Gedichte trägt Oliver Steller in seinem rund zweistündigen Programm auswendig vor. Nur aus der Harzreise liest er eine Episode aus dem Buch. Man erfährt, dass früh, durch Sefchen, zwei Lieben in ihm geweckt wurden: die zur französischen Revolution und die zu schönen Frauen. „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen”, schreibt und erkennt Heine früh. Und es ist nicht nur das „Kratzen an Goethes Denkmal”, das die Stimmung in Deutschland gegen ihn umschlagen lässt. „Als Anwalt war er verboten, als Kaufmann gescheitert und als Dichter umstritten - da zog es ihn nach Frankreich”, fasste Oliver Steller zusammen.