Heinsberg: Lütter-Briefe eine interessante Quelle

Heinsberg : Lütter-Briefe eine interessante Quelle

In den vergangenen Jahren sind die Kompositionen von Johann Lütter (1913-1992) entdeckt sowie dank des Engagements der „Johann Lütter-Stiftung” in Heinsberg gedruckt und zugänglich gemacht worden.

Eine interessante Quelle für die ersten Kompositionen und prägende musikalische Erlebnisse sind jene Briefe, die der damalige Wehrmachtssoldat Johann Lütter von 1941 bis 1944 an seine spätere Frau, die Musiklehrerin Agnes Stockhausen, nach Alsdorf schickte.

Laut dem von Schwiegertochter Ingeborg Lütter redigierten Schriftwechsel hatte die Stationierung des Soldaten Lütter in Frankreich und Belgien (1940/41) Einfluss auf seine ersten Komponierversuche. So schwärmt dieser am 1. Juni 1941 von einer Komposition, die sich in seinem Kopf breit gemacht habe.

Es handelt sich dabei um einen Zyklus von Orchesterstücken mit dem Titel „Französische Landschaften” und nimmt sich Debussy zum Vorbild. Zwei Tage später ist von einem Werk „Sieben kleine Klavierstücke” die Rede: Lütters Traum ist es, dieses Werk im Kölner Verlag Tonger erscheinen zu lassen.

Kein aussichtsloses Unterfangen, zumal ihm sein früherer Professor Josef Eidens vom Aachener Gregoriushaus ein Empfehlungsschreiben für den Verlag ausgestellt hatte. Dieser frühe Wunsch, seine Kompositionen drucken zu lassen, hat sich in den Kriegswirren zerschlagen.

Im Sommer 1941 war ein anderes großes Ereignis prägend für Johann Lütter: die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth, die vom 25. Juli an auch in diesem Jahr wieder viele Menschen in ihren Bann ziehen. Vom 25. Juli bis 2. August 1941 sah und hörte Lütter den kompletten „Ring des Nibelungen”.