Gangelt-Schierwaldenrath: Lok „Geilenkirchen” soll 2005 wieder rollen

Gangelt-Schierwaldenrath : Lok „Geilenkirchen” soll 2005 wieder rollen

Zahlreiche Freunde der Selfkant-Bahn waren am Samstag zum Bahnhof Schierwaldenrath gekommen. Im Mittelpunkt stand die Diesellok „V 11”.

„Wenn jemand nach 30 Jahren Auslandsaufenthalt wieder zur Heimat zurückkommt, freuen sich Freunde, Nachbarn und Verwandte”, sagte Vorsitzender Michael Jansen von der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr.

Am 5. September 1955 wurde die Kleinlokomotive „V 11” von der Firma KHD in Köln an die damalige Kreisbahn Geilenkirchen geliefert.

Erster Lokführer der V 11 war Wilhelm Friedrichs aus Geilenkirchen, der sich am Samstag etwas traurig zeigte, weil seine alte Dampflok derzeit noch in schrottreifem Zustand ist.

„Ich kann mich noch gut an die erste Fahrt erinnern”, sagte der 75-Jährige nach all den Jahren wehmütig.

Dass diese historische Lokomotive jemals wieder funktionsfähig auf den Schienen stehen wird, ist nach ihrem Anblick in der Museumshalle derzeit nur schwer vorstellbar.

Jedoch Projektleiter Wolfgang Naß aus Geilenkirchen und Schirmherr Franz-Michael Jansen aus Geilenkirchen zeigten sich sehr zuversichtlich.

„Genau zum 50. Geburtstag am 6. September 2005 wird diese Dampflok wieder auf Touren kommen und von Schierwaldenrath Richtung Gillrath fahren. Die Lok wird dann den Namen Geilenkirchen tragen”, sagte der Schirmherr in seiner Festtagsrede.

Die Gesamtkosten für die Restaurierung betragen rund 20 000 Euro, an sich noch eine für ein derartiges Projekt günstige Summe.

Außerdem wurden der Selfkantbahn für die benötigten Ersatzteile zwei ältere Modelle (Vossloh Schienenfahrzeugtechnik Moers und eine Werkslok der Firma Fina Elf in Duisburg) als „Organspender” zur Verfügung gestellt.

„Ich bin voller Optimismus und Zuversicht, dass wir zum 50. Geburtstag fertig sind”, so Projektleiter Wolfgang Naß, der mit seinem Team Willi Casu, Wolfgang Dieckmann, Manfred Grescho und Günther Steinhauser sowie vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern demnächst zahlreiche „Operationen” an der schrottreifen Lok V 11 durchführen muss.

Die V 11 wurde 1973 über einen Zwischenhändler nach Afrika für den Hafenbau in Lomé (Togo) verkauft, ging danach an die Eisenbahngesellschaft „Chemins de fer de Togo (CFT) in Togo über.

Dort war sie viele Jahre im Einsatz, wurde später auf ein Abstellgleis unter Palmen gestellt. Die V 11 verrottete langsam, glich schließlich einem großen Schrotthaufen.

Durch Zufall wurde sie von einem Freund der Selfkantbahn vor Ort in Togo entdeckt. Nach langen und schwierigen Verhandlungen ist die V 11 nun wieder zurück in der alten Heimat.

Helmut Hoffmann, Betriebsleiter der Kreiswerke Heinsberg, gab einen Einblick in die Geschichte der ehemaligen Kreisbahn Geilenkirchen und überreichte Michael Jansen das alte Betriebsbuch der Lok.

Vor über 150 Jahren wurden die Weichen in Geilenkirchen gestellt, bis vor rund 30 Jahren war die Kreisbahn noch aktiv.

Heute fahren auf Schienen der ehemaligen Kreisbahn von Schierwaldenrath bis Gillrath und zurück die Züge der Historischen Selfkantbahn.

Am 6. September 2005 wird weiteres Kapitel in der Geschichte der Dampfeisenbahn geschrieben.