Erkelenz: Litauisches Kammerorchester in Erkelenz

Erkelenz : Litauisches Kammerorchester in Erkelenz

Ein hochkarätiges Programm bot das Litauische Kammerorchester Vilnius beim siebten Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in der gut besuchten Stadthalle in Erkelenz dem Publikum an.

Das Orchester zelebrierte unter der Leitung des Dirigenten, Georg Mais, großartige Stücke von namenhaften Komponisten wie Antonio Vivaldi (1678 bis 1741), Ottorino Respighi (1879 bis 1936) , Arvo Pärt (geboren 1935) sowie von Leopold Mozart (1719 bis 1787), dem Vater des nicht weniger berühmten Wolfgang Amadeus Mozart.

Den Auftakt dieses wundervollen, musikalischen Abends bestritt das Kammerorchester mit der Sinfonie in F-Dur Eisen F 5 von Leopold Mozart, der seit 1743 Violinist und später Hofkomponist in der Hofkapelle des Salzburger Fürstbischofs war.

In seine Sinfonien vermischten sich verschiedene Stilelemente etwa aus dem Barock, der Frühklassik, der Wiener- und der italienischen Musik. Dieses Werk gehört zu zu den lange Zeit unentdeckten Sinfonien Leopold Mozarts, die das Litauische Kammerorchester als erstes Orchester auf CD eingespielt hat.

Zu einer Kultfigur einer meditativ ausgerichteten modernen klassischen Musik wurde der estnische Komponist Arvo Pärt. Sein Stil zeichnet sich durch eine raffinierte Schlichtheit aus. Im Jahr 1977 entstand seine an diesem Abend gespielte Komposition „Fratres”, die aufgrund ihrer meditativen Aura auf der Basis weniger Skalen- und Dreiklanggebilde den Komponisten weltberühmt machte.

Ein weiterer Hörgenuss war das Stück „Antike Tänze und Arien Suite Nr. 3” des erfolgreichen italienischen Komponisten Ottorino Respighi. Das Hauptmerkmal seiner Werke ist seine Hinwendung zur Musik der früheren Jahrhunderte. Für die Suite, die das Orchester in der Stadthalle zum Klingen brachte, zog der Komponist zwei Melodien alter Lautenstücke zusammen, und den Schluss bildete ein mittelalterlicher Tanz.

Höhepunkt war unumstritten Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten”. La Primavera, wie das Konzert Frühling heißt, steht in E-Dur. Gleich im ersten Satz entfaltet sich die erwachende Natur durch ein trillerndes und zwitscherndes Konzert von Vogelstimmen.

Bei der g-Moll-Tonart des in langsamen und düsterer Stimmung beginnenden LEstate (Sommers) wurden dem Zuhörer erdrückende Schwüle und die damit empfundene Last und Erschöpfung suggeriert.

Mit einem furiosen Gewitter endet dieser Part, während dagegen Jagdmotive die weit ausgesponnenen Ecksätze des dritten harmonischen Teils des LAutunno (Herbst) prägen. Kraftvoll kommt schließlich noch LInverno (Winter) mit klirrender Kälte, stampfenden Füßen und Zähneklappern daher.