Linksruck im tiefsten Westen

Linksruck im tiefsten Westen

Bei der Wahl im September hatte sie sich noch dezent im Hintergrund gehalten: Die PDS, die Partei, die bislang hier im westlichsten Westen der Bundesrepublik eher ein Schattendasein führte. Doch die Zeiten scheinen jetzt vorbei.

Der PDS-Kreisverband Heinsberg haute kürzlich eine Pressemitteilung raus, die den etablierten Parteien mit Sicherheit die Knie schlottern lässt. Der Kreisverband besteht erst seit August 1998, hatte aber unmittelbar nach der Wahl einen Mitglieder-Zuwachs von sage und schreibe über 30 (!) Prozent zu verzeichnen.

Eine Steigerungsrate, von der CDU, SPD, Grüne und erst recht die FDP nur träumen können. Natürlich hat zu diesem Linksruck im Kreis Heinsberg auch die Tatsache beigetragen, dass Gerhard Schröder vor der Wahl so viele vollmundige Versprechungen gemacht hat, weil er davon ausging, dass er sowieso von Stoiber abgelöst wird. Als sich aber dann weit mehr Bundesbürger als erwartet verwählten, hatte Schröder den Salat.

Darüber sind natürlich viele Leute so sauer, dass sie dagegen protestieren, indem sie entweder den Steuersong kaufen oder aber, indem sie die Partei wechseln. Und da sich die etablierten Parteien mittlerweile nur noch farblich unterscheiden lassen, wird es auch gerne mal extrem. Wie jetzt im Kreis Heinsberg passiert. Über 30 Prozent Plus für die PDS West-West. Der Kreis Heinsberg droht, tief rot zu werden. Da muss sich selbst Superstar Dautzenberg in Zukunft schon was mehr einfallen lassen als ein paar angebissene Berliner. Ein bisschen Zeit bleibt uns allerdings noch, bevor wir in den Kommunismus abrutschen - schließlich hat sich die Mitgliederzahl der PDS Heinsberg nach der Wahl erst mal nur von sechs auf acht Mitglieder hoch katapultiert.