"Lindenstraße" bald aus Brachelen?

"Lindenstraße" bald aus Brachelen?

Brachelen (an-o) - Um die Linden an der Rochusstraße hat es mächtig Wirbel gegeben. Nicht zuletzt deshalb plant der WDR, eine Folge seiner Dauerserie "Lindenstraße" vor Ort in Brachelen zu drehen. Voraussetzung: Die Rochusstraße müsste in "Lindenstraße" umbenannt werden.

Rein rechtlich wäre dies mit einem entsprechenden Ratsbeschluss möglich. Grundlage könnte die noch vom alten Rat am 1.4.1999 beschlossene "Angleichung der Straßennamen an die örtlichen Begebenheiten" bilden.

Aus Teilen der Anwohner der Rochusstraße kommt seit längerem die Anregung, die Straße in "Lindenallee" umzuwandeln: Die Lindenbäume entlang der Straße seien in den vergangenen Monaten so sehr zum Stadtgespräch geworden, dass der Ort durch die Bäume einen Bekanntheitsgrad erreicht habe, den man mit anderen Aktivitäten in der Vergangenheit vergeblich angestrebt hat.

Das Schreiben des WDR, das von Hans W. Geißendörfer, dem Regisseur der Dauer-Soap-Serie "Lindenstraße" unterschrieben ist, bezieht sich zum einen auf den enormen Bekanntheitsgrad, den der Straßenzug in den vergangenen Wochen weit über die Stadtgrenzen hinaus erworben hat: "Unser Ziel war von der ersten Folgen an eine möglichst hohe Authentizität der Serie."

Zum anderen führt Geißendörfer - wie könnte es anders sein - auch Kostengründe an: "Auch der WDR muss sparen. Wenn wir in Brachelen vor Ort drehen könnten, würde das nur für eine Folge Requisitenkosten von rund 80.000 Euro einsparen." Man sei durchaus bereit, so der Regisseur weiter, "einen nicht unerheblichen Teil dieser Einsparungen der Förderung der örtlichen Kultur zukommen zu lassen."

Kirche im Dorf lassen

Als einen "Affront" bewertete dagegen Heinz-Josef Kreutzer, 1. stellvertretender Fraktionschef der CDU im Rat, diesen Vorschlag, die Rochusstraße umzubenennen. Kreutzer war in den vergangenen Monaten einer der treibenden Kräfte, die die Abholzung der Linden, vor allem wegen des starken Laubanfalls der Bäume im Herbst, forderten. Man solle die Kirche doch bitteschön im Dorf lassen. Und: "Brachelen passt einfach nicht in das Vorabendprogramm."