Wegberg: Liebe, Lawinen und die Wirren des Zweiten Weltkrieges

Wegberg : Liebe, Lawinen und die Wirren des Zweiten Weltkrieges

Der grüne Trachtenhut mit Gamsbart ist Heinz Mainz Markenzeichen. Noch heute ist die schlichte Kopfbedeckung ständiger Begleiter des mittlerweile fast 75-jährigen Wegbergers.

Sie erinnert an Mainz bewegte Vergangenheit, an den Abenteurer Mainz, den Bergsteiger, den Motorradfreak, den Naturfreund, an den „Liebhaber des schönen Geschlechts”.

Das alles ist Heinz Mainz freilich auch heute noch, aber, so gibt er zu, „hat es mit den Jahren ein wenig nachgelassen.” Dafür hat er eine neue Leidenschaft entdeckt: das Schreiben.

Im Frühjahr 2001 begann der Stukkateurmeister, seine Memoiren niederzuschreiben. „Freunde und Bekannte haben mich immer wieder ermuntert, meine zahlreichen Erlebnisse und Abenteuer zu Papier zu bringen”, erinnert er sich.

Innerhalb von 18 Monaten fasste er die interessantesten Geschichten aus seinem Leben zusammen. Unter dem Titel „Schatten über Deutschland - Die unterdrückte Wahrheit - Autobiografie eines Zeitzeugen 1928 bis 2002” sind die Aufzeichnungen des gebürtigen Mönchengladbachers jetzt pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erschienen.

Fast 400 Seiten erzählen den Werdegang des Wegbergers von seiner Kindheit in der Armut der Vorkriegszeit über die Grauen des Zweiten Weltkrieges, der Kriegsgefangenschaft und des Wiederaufbaus bis hin zu seiner beruflichen Karriere als Handwerksmeister und Unternehmer in der Bau- und Immobilienbranche.

Natürlich fehlen dabei auch Episoden aus seinem Privatleben nicht: So erzählt Mainz über die Liebe, Erlebnisse mit seinem Motorrad, italienische Nächte und Lawinenkatastrophen bei seinen Klettertouren in den Westalpen und Südtirol.

„Ich bin ein spontaner Mensch. Wenn mich die Lust gepackt hat, habe ich mein Werkzeug zusammengepackt, mich auf meine Maschine gesetzt und bin ab in die Dolomiten. Dort habe ich gemeinsam mit meinen Bergkameraden Energie getankt”, erzählt Mainz. Gespickt sind die Geschichten mit politischen Seitenhieben und kritischen Sichtweisen der gesellschaftlichen Entwicklung.

Sein Buch geschrieben habe er vor allem für die jüngeren Generationen, betont der Autor. Jenen, die die Wirren des Krieges nicht selbst erlebt haben, möchte Heinz Mainz „eine Vorstellung von dem grauenhaften Leiden des Krieges und des Aufbaus” vermitteln.

Eine besondere Rolle kommt dabei in seinen Augen den Trümmerfrauen zu. „Nachdem ich aus der Kriegsgefangenschaft geflohen war, sah ich überwiegend Frauen und alte Männer im Schutt wühlen. Das war schlimmer als Krieg und Gefangenschaft.”

Diese Erlebnisse und die Armut seiner Kindheit haben sein Leben geprägt. Seine Botschaft: „Nur mit Arbeit und Entbehrung ist ein Weg in eine neue Zukunft zu finden.”