Letzte Chance für Umgehung

Letzte Chance für Umgehung

Hilfarth (an-o/ak) - Die Umgehungsstraße war ein wichtiges Thema bei der Mitgliederversammlung der Hilfarther SPD. Fraktionsvorsitzender Willi Spichartz und SPD-Kreistagabgeordneter Willi Düsterwald brachten die Mitglieder auf den neusten Stand der Entwicklung.

"Für die Umgehungsstraße Hilfarth soll östlich versucht werden, Raum zu finden", so Düsterwald. Alle seien gegen eine West-Umgehung gewesen, nun wird die Möglichkeit, östlich um Hilfarth herum zu gehen, favorisiert.

Kreis war dagegen

Geplant war ebenfalls, das Industriegebiet Lindern über die K5 anzubinden, jedoch wurde diese Möglichkeit fallen gelassen, da sich der Kreis Heinsberg dagegen aussprach.

Nun soll die Umgehung Ost um Hilfarth in Brachelen herauskommen und dann das Industriegebiet angeschlossen werden. Doch da liege auch "der Knackpunkt", so Düsterwald. Eine mögliche Variante sei, das Industriegebiet Lindern mit einer Straße an die 364n von Hilfarth nach Brachelen anzubinden.

Brachelener abgeschnitten

Dagegen sprachen sich aber die Brachelener Bürger aus, da sie sich vom Naherholungsgebiet und vom Baggersee durch die neu entstehende Straße abgeschnitten fühlten.

Würde man die alte Trasse durch Brachelen hindurch zur Anbindung nehmen, müssten Häuser weichen. "Wir reden schon seit vielen Jahren über eine Umgehung", so Düsterwald weiter. "Jetzt haben wir die Chance, eine zu bekommen. Dies hängt nur am Knackpunkt Brachelen. Die Brachelener sind auch nicht mehr betroffen als die Hückelhovener am Steinacker", sagte Düsterwald deutlich.

Anbindung an Lindern

Es sollte eine Lösung gefunden werden, damit eine Umgehung gebaut werden kann, stellte Düsterwald klar. "Man muss in Hückelhoven endlich mal zu Potte kommen: Dies wird unsere letzte Chance sein, eine Umgehung zu bekommen". Klar scheint, dass es nur eine "komplette" Umgehung um Hückelhoven, Hilfarth und Brachelen geben wird; kommt ein Teil nicht, folgen die anderen auch nicht. In Hückelhoven müsse die Umgehung weitergehen. Mit solch einer teuren Straße an der Rheinstraße ohne Weiterführung Schluss zu machen, sei ein "Schildbürgerstreich". Die Ortsumgehung Hilfarth könne sehr ortsnah erfolgen und die Anbindung des Industriegebietes Lindern über einen Wirtschaftsweg nach Lindern erfolgen, der auf der 364n Hilfarth-Brachelen endet, so Düsterwald zu einer möglichen Trassenführung.

Beschluss aus Köln

Die Straße durch den Kapbusch zu legen, sei dagegen unmöglich. Nirgendwo sei jedoch bisher eine Trasse festgelegt worden, stellte Düsterwald klar. Man hoffe auf einen Beschluss des Landesbetriebes Straßenbau in Köln Ende des Jahres. Von dort müsse auch die finanzielle Grundlage sowie die Anschubfinanzierung kommen. Kosten soll die Umgehungsstraße rund elf Millionen Euro.