Kreis Heinsberg: Leo Windeln ist neuer Teilnehmer bei der Heinsberger Kunsttour

Kreis Heinsberg : Leo Windeln ist neuer Teilnehmer bei der Heinsberger Kunsttour

Die Kunsttour, der Tag der offenen Ateliers und Galerien, ist in der Kulturwelt des Kreises Heinsberg seit 2002 fest verankert. In diesem Jahr hat das Amt für Bildung und Kultur der Kreisverwaltung die Organisation übernommen und gleichzeitig die Kunsttour für mehr Bewerber geöffnet. Einer der neuen Teilnehmer ist Leo Windeln aus Heinsberg-Karken.

Seine erste Einzelausstellung hatte er schon 1980 mit 18 Jahren. „Mein Vater war mir Vorbild und Ansporn mit seinen gekonnten Zeichnungen“, lässt Windeln den Blick zurückschweifen auf die Anfänge seiner Malerei. Seine Kunstausbildung an der freien Akademie in Roermond beendete er 1987. Zur ersten Ausstellung gesellten sich im neuen Jahrtausend weitere in Dubai, Baden-Baden und Frankreich. Von 2011 bis 2013 wurde Leo Windeln für seine künstlerischen Leistungen mit Preisen ausgezeichnet.

Kunstinteressenten empfängt Windeln — auch bei der Kunsttour — in einem großzügigen Raum in Heinsberg an der Borsigstraße 78, in dem er eine Auswahl seiner Werke zeigt. „Ihre Bilder sind Balsam für die Seele“, habe einmal eine Besucherin seine Exponate beschrieben. Sowohl seine Bilder wie der gesamte Raum strahlen eine Ruhe aus, die sich aus der sorgsam komponierten Form- und Farbgestaltung seiner Motive speist. Sie zeigen oft Landschaften aus der Heimat, die so detailgenau Ausschnitte wiedergeben, dass der Betrachter den Ort wiedererkennt.

Und dennoch haben sie weit über ihren Realismus hinaus eine innere Leuchtkraft, auch weil das heimliche und eigentliche Motiv seiner Landschaftsbilder die unterschiedlichen Lichtsituationen sind. „Das Licht einzufangen, ist eine Leidenschaft“, bekennt Windeln und fügt an, dass William Turner und Caspar David Friedrich zu seinen Vorbildern gehören.

An der Technik seiner in Öl gemalten Bilder arbeitet er ständig. Die Liebe zum Detail und die notwendige Geduld beim Aufbringen der Farbschichten mit der „Nass- in-Nass-Technik“ bringe er gerne auf, betont er im Gespräch. Das Malen auf Leinen sei für ihn auch der Gegenpol zur Hektik in seinem Arbeitsleben als Konstrukteur. Die Ölfarben mischt er selber aus der ganzen Farbpalette, nur Schwarz habe er bewusst daraus verbannt.

„An dem Bild aus dem Kitscher Bruch zwischen Karken und Haaren habe ich rund 150 Stunden gearbeitet“, betont Windeln. Das fast nur aus Grüntönen bestehende Bild fasziniert durch seine Lichtstimmungen und die meditative Wirkung für den Betrachter. Es sei an einen Kunstsammler nach Hongkong verkauft, verrät er nicht ganz ohne Stolz. Die Nähe zu den englischen Landschaftsmalern wie John Constable ist Windeln wohl selber nicht bewusst.

Auch seine anderen Motive wie der Blick auf den Lago Laprello oder auf die winterliche Rur oder eine Wiesenlandschaft zeigen die innewohnende Leuchtkraft seiner Bilder. Die Liebe zum Detail, sei es die Ausgestaltung einer Brenn­nessel oder das sich verfärbende Blatt an einem Strauch, gehört ebenso zu seinen Bildern wie das Einfangen der Lichtstimmungen. Das Streben nach der Perfektion, wie bei seinen künstlerischen Vorbildern, wird nachvollziehbar und macht den Charme seiner Malerei aus.