Leise rieselte brauner Staub vom Himmel

Leise rieselte brauner Staub vom Himmel

Beeck (an-o) - Die Ankündigung in den Tageszeitungen war kurz und lapidar: "Im Bereich des Beecker Waldes wird von einem Hubschrauber zur Verhinderung der Versauerung Kalk gestreut." An Ort und Stelle wurde es zu einer langwierigen Prozedur.

Um 15 Uhr sollte der Hubschrauber bei einem Bauernhof nahe des Beecker Friedhofes landen und die Arbeit aufnehmen. Der Leiter des Eschweiler Forstamtes, Robert Jansen und der für Beeck zuständige Förster Wilfried Förster waren da, Simplicio Stürmer von der Agrarflug Ahlen stand mit Tankwagen voll Kerosin und Schaufellader bereit, Presseleute trafen ein und dann hieß es "Warten". Denn die angekündigten zwei Schwerlaster mit natürlichem Kalk-Gesteinsmehl waren nicht in Sicht und auch vom Heli war nichts zu hören.

Als die Sattelschlepper endlich heran rauschten, kippten sie in Präzisionsarbeit sie ihre Last auf den schmalen Feldweg zwischen Rübenacker und Wiese. Ein weiterer Mitarbeiter der Agrarflug hängte an verschiedenen Stellen Warntafeln auf - und dann kam endlich die Bell 205. Der Pilot Bernd Schwiedler, immerhin mit 39-jähriger Flugerfahrung, musste sich erst orientieren, denn im Kreis Heinsberg ist er noch nicht im Einsatz gewesen.

In der Region unterwegs

Bis Ende der Woche wird er ihn jedoch noch kennenlernen. Im Beecker Wald sollen 83 Hektar, im Raum Gangelt 35 Hektar und im Eschweiler Stadtgebiet auch noch 27 Hektar bekalkt werden. Der Spezialstreuer, der jeweils anderthalb Tonnen fasst, wurde unter dem Hubschrauber angebracht, die Fernbedienung aus der Kanzel geprüft und erst einmal eine Testrunde absolviert. Dann wurde an der Aufhängung einiges verändert, ehe schließlich, nach etwa zwei Stunden, die ersten erdbraunen Gesteinsstäube auf den Wald rieselten.

Heli flog bis in die Nacht

Eigentlich sollten an diesem Nachmittag noch etliche Tonnen gestreut werden. Doch kurz nach dem Start war schon wieder Landung angesagt. Der Streumechanismus funktionierte nicht korrekt. Die Reparaturen dauerten und dann flog der Helikopter bis zur Dunkelheit im ständigen Auf und Ab über den Wald hinweg. Die Schwerlaster waren längst wieder in Richtung Eifel unterwegs, um die nächsten Ladungen mit Kalk zu holen.