Aachen: LEG-Wohnungsreport: Hoher Kostendruck belastet die Mieter

Aachen : LEG-Wohnungsreport: Hoher Kostendruck belastet die Mieter

Wer zwischen Baesweiler und Monschau zur Miete wohnt, hat im landesweiten Vergleich einen sehr hohen Kostendruck: Mit durchschnittlich 20,1 Prozent ihres monatlichen Budgets müssen die betroffenen Haushalte jeden fünften Euro für die Warmmiete ausgeben.

In NRW ist die Wohnkostenbelastung für Mieter nur in Köln, Bonn, Münster, Düsseldorf, Aachen und Bielefeld höher. Als Grund gibt der Wohnungsmarktreport 2010 der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), für den sämtliche 864 nordrhein-westfälischen Postleitzahlengebiete (PLZ) untersucht worden sind, die vergleichsweise niedrigen Haushaltseinkommen an.

Dabei ergibt sich für den Altkreis Aachen ein heterogenes Bild. Während in den drei Nordeifelkommunen die Bewohner 14,1 bis 15,5 Prozent ihrer Haushaltskraft für die Miete ausgeben, liegen die Zahlen in Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath mit 20 bis 22 Prozent weitaus höher.

Dies korrespondiert in Teilen mit der relativ stark schwankenden Haushaltskraft in den neun Kommunen. Während die Haushalte in Roetgen monatlich im Schnitt 4630 Euro zur Verfügung haben, ist Alsdorf mit 2773 Euro das Schlusslicht. „In keinem der Nachbarkreise zeigt die Wohlstandsverteilung eine ähnlich heterogene Struktur”, heißt es in dem Bericht.

Zudem leben im ehemaligen Kreis Aachen weniger Menschen in Einfamilienhäusern als in den Nachbarkreisen. Von den rund 138.500 Wohnungen befinden sich mehr als 58.000 in Mehrfamilienhäusern - das ist weit mehr als ein Drittel. Der Anteil ungenutzter Wohnungen liegt bei 3,2 Prozent.

Während die Experten für Alsdorf und Stolberg (PLZ 52223) auch wegen der schwachen Kaufkraft Vermietungsprobleme erwarten, wird die Nachfrage nach Wohnraum insgesamt auf hohem Niveau bleiben. Schließlich prognostizieren die Experten bis zum Jahr 2030 bei sinkender Bevölkerungszahl (minus 0,8 Prozent) eine um 6,6 Prozent steigende Zahl von Haushalten.

Ein weiterer Befund: Die Mieten sind zwischen 2009 und 2010 im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen, so dass derzeit eine monatliche Kaltmiete von 5,31 Euro pro Quadratmeter fällig wird - laut LEG-Analyse ein moerates Niveau. Besonders teuer sind Roetgen (6 Euro) und Würselen (5,71 Euro).

Die günstigsten Mieten gibt es mit 4,91 Euro in Monschau und mit 5 Euro in Simmerath, Baesweiler und Stolberg (PLZ 52222). Selbst Mieten einfacher Wohnungen, die in den Nachbarkreisen sanken, erhöhten sich im Altkreis um 1,4 Prozent. Im Luxussegment stiegen die Mieten binnen Jahresfrist um vier Prozent auf 7,28 Euro.

„Damit zahlen qualitäts- und lagebewusste Umlandbewohner erheblich weniger als die Einwohner der Stadt Aachen”, heißt es im Report. So werden in Aachen Spitzenmieten von 10,14 Euro verlangt.