Landrat Gruber tritt nicht mehr an

Landrat Gruber tritt nicht mehr an

Kreis Heinsberg. Mit einem Paukenschlag wartete am Mittwochabend die CDU in Heinsberg auf: Der amtierende Landrat Karl Gruber wird völlig unerwartet bei der Kommunalwahl am 26.September nicht mehr für dieses Amt kandidieren.

In der Kreisgeschäftsstelle der Christdemokraten wurde, nachdem es an diesem Mittwoch entsprechende Abstimmungsergebnisse mit überwältigenden Mehrheiten in Kreistagsfraktion und Kreisparteivorstand gegeben hatte, bereits der designierte Nachfolger präsentiert: Helmut Preuß, bislang als Leitender Kreisverwaltungsdirektor einer der Dezernenten im Kreishaus.

„Keine Hintergründe politischer Art, keine Intrigen und keine Querelen”, sondern allein persönliche Gründe seien für seine Entscheidung ausschlaggebend gewesen, sagte Gruber. Es sei an der Zeit, „das Amt in jüngere Hände zu legen”.

Vorstand und Fraktion waren nach den Worten ihrer Vorsitzenden Dr. Hanno Kehren und Heinz-Jakob Paulsen „sehr überrascht” und nahmen Grubers Entscheidung „mit Bedauern” zur Kenntnis. Andererseits zeigten sich beide zuversichtlich, mit dem von Gruber selbst vorgeschlagenen Preuß einen kompetenten Nachfolgekandidaten gefunden zu haben. Preuß sprach von einem „großen Vertrauensbeweis” und einer „großen Herausforderung”. Die endgültige Entscheidung über die Kandidatur fällt bei einer Kreisvertreterversammlung der CDU am 13.Mai.

Seit 1997 im Amt

Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Grundschullehrer hatte sich Karl Gruber (60) schon sehr früh mit Kommunalpolitik befasst. Als junger Student trat er 1963 der Jungen Union bei, 1965 der CDU. Tätig war er im Oberbrucher Gemeinderat und im Heinsberger Stadtrat.

Schon 1972, als die kommunale Neugliederung erfolgte, gehörte er auch dem Kreistag an. Von 1979 bis 1986 und von 1989 bis 1994 war er Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag. 1994 wurde er zum ehrenamtlichen Landrat gewählt. Nach dem Ausscheiden von Oberkreisdirektor Dr. Leo Thönnissen wählte der Kreistag Gruber 1997 zum ersten hauptamtlichen Landrat des Kreises Heinsberg, dem sowohl die Leitung der Kreisverwaltung als auch die Repräsentation des Kreises obliegen. Bei der Kommunalwahl 1999 wurde er in direkter Wahl von den Bürgern mit der großen Mehrheit von 60,2Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Helmut Preuß (54), seit 1997 Mitglied der CDU, leitet in der Heinsberger Kreisverwaltung das Dezernat I mit dem Hauptamt, dem Personalamt, dem Rechnungsprüfungsamt und dem Amt für Schule, Kultur und Weiterbildung. Der von den niederländischen Nachbarn als „Ritter des Ordens von Oranien-Nassau” ausgezeichnete Dezernent ist zugleich Leitender Bürobeamter der Gesamtverwaltung und Korruptionsbeauftragter der Kreisverwaltung.