Kunst unter Fabriktürmen

Kunst unter Fabriktürmen

Oberbruch (an-o) - Premiere für den Kreis Heinsberg: Erstmals findet vom 9. bis 10. November in Halle 3 des Industrieparks Oberbruch (IPO) die internationale Kunstausstellung "Kunsttransfer" der Sparkassenstiftung statt.

Die Ausstellungsidee und Zielsetzung stellten jetzt Stiftungsvorsitzender Lothar Salentin, Vorstandsmitglied Dr. Richard Nouvertné und die Kunsthistorikerin Edith Decker-Phillips (Leiterin des Kunstvereins Heinsberg) vor. Salentin erinnerte daran, dass sich die Stiftung "die Förderung internationaler Gesinnung, des Völkerverständigungsgedankens und der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur im Kreis Heinsberg auf ihre Fahnen geschrieben hat". Jeweils von 11 bis 18 Uhr werden fünf Kunstvereine sowie in- und ausländische Künstler ihre Arbeiten zeigen.

Gerade die Kunst sowie das im Vordergrund stehende Zusammentreffen von Menschen aus der Region mit Ausländern und der Begegnungscharakter an sich trügen dazu bei, diesen Stiftungszweck in besonderer Weise zu erfüllen. Schließlich wecke die selbst erlebte Begegnung mit der Natur eines anderen Volkes, so Salentin, "bei vielen Menschen Einsichten, die wir uns kaum erwerben oder erarbeiten können". Durch die Kunst solle auch Respekt und Toleranz gefördert werden.

Nouvertné ging auf den Ausstellungstitel "Kunsttransfer" in Anlehnung an das lateinische Wort "transferre" ein. Der Begriff "Transfer" steht demnach für das Hinübertragen der Kunst über die Kreisgrenzen hinaus an die Besucher.

Das Projekt soll dazu anregen, sich mit den Werken der Künstler in all ihren Facetten auseinander zu setzen. Ganz in diesem Sinne ermöglichen auch die ausgestellten Kunstwerke einen Transfer, deren Inhalte Botschaften transportieren.

Ein Ort mit Geschichte

Mit der Wahl eines Firmengeländes als Veranstaltungsort will die Sparkassenstiftung einen "Brückenschlag zwischen Kunst und Wirtschaft" herstellen. Dr. Nouvertné dankte dem IPO-Geschäftsführer Jakob Wöllenweber für die Bereitstellung der mehr als 1000 Quadratmeter großen Backsteinhalle und der organisatorischen Unterstützung.

Die erste internationale Kunstausstellung findet auf einem Gelände statt, auf dem einstmals mit dem Chemie- und Textilunternehmen der größte Arbeitgeber der Region angesiedelt war und auf dem der Strukturwandel eine besondere Rolle spielte. So werde auch ein großes Stück Industriegeschichte angefangen von Glanzstoff, Enka über Akzo bis hin zum heutigen Industriepark in Erinnerung gerufen. Auch ein Stück "Transfer", das durch die Motive des Ausstellungsplakats - die einstigen Glanzstofftürme und eine Werkshalle - symbolisiert wird.