Düren: „Kunst gegen Bares“: Premiere im Komm-Keller

Düren : „Kunst gegen Bares“: Premiere im Komm-Keller

Das Publikum war der Chef im Komm-Keller in Düren während der Premiere der neuen Reihe „Kunst gegen Bares“. Die Zuschauer entschieden, wie viel die Kunst, die auf der Bühne geboten wurde, wert war. Keiner brauchte sich niemand auf dem Weg nach Hause fragen, ob das, was man gesehen hatte, dem finanziellen Verlust im Portemonnaie entsprach.

Acht Einzelkünstler beziehungsweise ein Duo erhielten bei diesem Format, das schon längst in anderen Städten einen Siegeszug angetreten hat, die Gelegenheit, sich auf der Bühne zu präsentieren.

Zehn Minuten dauerten die einzelnen Auftritte und am Ende war das Publikum gefragt. Jeder Akteur hatte sein Sparschwein, das die Zuschauer nach ihrem Gusto fütterten. Und wer sich nicht entscheiden konnte oder wollte, schmiss seinen Obolus dem „Soli-Schwein“ in den Rachen.

Dabei handelte es sich um Geld, das dann allen Künstlern zugutekam. Wer am meisten absahnte, wurde zum „Kapitalistenschwein“ gekürt. Acht Kandidaten, mit Talent oder vollkommen ohne, trachteten nach der Auszeichnung, die letztlich der „Herr Miesepeters“ errang. Das ist ein Musiker-Duo aus Jülich, das mit Gitarre und Melodica sowie Texten über Zeit und Beziehungen keine „Perlen vor die Säue“ warf, sondern vom Publikum honoriert wurde.

26 Cent Differenz entschieden letztlich über die weiteren Platzierungen. Der Poetry-Slam-Künstler Lasse Samström landete mit einem Vortrag auf hohem sprachlichem Niveau und starker Wortakrobatik auf Rang zwei. „Quichotte“ — ebenfalls talentierter Poetry-Slam-Künstler — der nicht gegen Windmühlen kämpfte, sondern sich mit seiner Klamotte „Aus dem Leben eines Nikotin-Ager“ aus dem Dunst seines kettenrauchenden Vaters befreien wollte, folgte als Dritter. Beeindruckend war auch Quichottes literarischer Text „Der Soldat“, ein krasser Gegensatz zu den Comedy-Zügen des Abends. Da verpasste etwas überraschend Benaissa Lamroubal die Abfahrt zu den ersten drei Rängen. Immerhin gewann der Künstler beim RTL Comedy-Grand-Prix den zweiten Platz.

Schon im Vorfeld hatte sich der Moderator und Organisator des Abends, Daniel Kus, gewundert, dass solche Leute ohne eine feste Gage bei „Kunst gegen Bares“ auftreten. „Ich kann es mir nur so erklären, dass sie diesen Rahmen dafür nutzen, um neue Gags auszuprobieren.“ Sein Auftritt mit seiner „Migranten-Comedy“ war recht witzig, aber das Herz der Zuhörerschaft schlug für andere. Thomas Lüttgen vom Komm war mit der Premiere zufrieden: „Das war nicht schlecht für das erste Mal.“

Ein nächster „Kunst gegen Bares“-Abend ist für Montag, 11. Mai, ab 20 Uhr im Keller des Komm-Zentrums geplant. Dann erhält jeder, der möchte, eine Bühne und die Chance, sein Talent in den Genres Kabarett, Comedy, Schauspiel, Musik, Poetry Slam oder Artistik zu beweisen.

Den Zuschauern fiel es jedenfalls während der Premiere in Düren leicht, Bares für eine amüsante Abendunterhaltung auszugeben. Weitere Künstler auf der Bühne waren Hella Kohnen, Salim Samatou, Udo Wolff und Maike Greine.