Kunst durch einen Stock in weichem Boden

Kunst durch einen Stock in weichem Boden

Heinsberger Land. Für Kunstinteressierte war das Wochenende ein Highlight im Terminkalender.

Bereits zum dritten Mal in Folge öffnete in Karken auch Prof. Dieter Crumbiegel mit seiner Frau Marlies sein Atelier und bot die Gelegenheit, sich mit zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen.

Auch Hermann-Josef Mispelbaum stellte dort 15 Exponate seiner collagierten Handzeichnungen aus. Während Prof. Crumbiegel mit der Malerei, Keramik und Druckgrafiken auf die Besucher wartete, präsentierte Marlies Crumbiegel vornehmlich experimentelle Glasarbeiten.

Mit einer 10er-Gruppe gemalter Ölbilder auf Papier sowie mit zwei brandneuen Acrylbildern auf Leinwand animierte Prof. Crumbiegel die Betrachter zu einem „Sehstudium” und nutzte neben der Mehrschichtigkeit die bloße Farbe mit ihren komplementären Farbbereichen als Informationsmaterial.

Mit einer völlig anderen „Maltechnik” hingegen beschäftigte sich im Braunsrather „Atelier Fantasy” der Airbrush-Künstler Guido Marx.

Gemeinsam mit seiner Tante Margot Küppers, die mit einer 3-D-Serviettentechnik auf die „Kunsttouristen” wartete, führte Guido Marx die Besucher in eine eher „exotische” Kunstsparte ein.

Mit Feinsprühpigmenten und Airbrush-Pistole gab Guido Marx einen interessanten Einblick in die Welt der „Sprühkunst” und zeigte neben fotorealistischen Arbeiten mittels Computer ein Mammutprojekt, das einen Lkw in ein Kunstwerk verwandelte.

Sandbänke sind für Hans-Peter Trampert aus Millich wie leere Blätter, die beschrieben werden wollen. Und das tut er dann meistens auch, oft tagelang. Was der Künstler mit einem Stock in den weichen Boden zeichnet, sind so genannte Vexierspiele.

Großflächige Zeichnungen, die Dreidimensionalität und architektonische Machbarkeit vortäuschen. Mitnehmen kann er die Werke natürlich nicht. Fotografieren schon. Abbilder der Originale präsentieren sich dem Betrachter als Zeugen der Vergänglichkeit.

Hoch oben an einer Wand im Atelier von Karl-Heinz Laufs in Golkrath hängt ein Exponat, das der Maler und Bildhauer als „Mahnmal gegen den Tagebau” versteht: das von den Schaufeln eines Baggers deformierte Zifferblatt der Kirchturmuhr einer Gemeinde bei Inden. Aktuell beschäftigt er sich mit Plastiken zum Thema Haus.

Die Architektur-Analogien aus Holz oder Beton - bemalt mit Acrylfarben - veredelt Laufs anhand von passgenauen Elementen aus Blei.

Ausgehend von Fundmaterialien entwickelt Laufs eine Perspektive, in der Häuser sowohl als artifizielle, aber auch selbstständig in den Raum wachsende Gebilde charakterisiert werden.