Heinsberg-Oberbruch: Kuag-Chef: Hebel nicht gleich beim Personal ansetzen

Heinsberg-Oberbruch : Kuag-Chef: Hebel nicht gleich beim Personal ansetzen

Der Wechsel an der Spitze von Kuag, dem Hersteller von Polyester-Granualat und Chemiefasern mit Sitz im Industriepark Oberbruch, ist bereits vollzogen. Wojciech Palukiewicz, der Letzte einer Reihe von Geschäftsführern seit der Übername durch die polnischen Boryszew-Gruppe im Mai 2005, ist nicht mehr im Amt. Der neue Mann im Chefsessel heißt Artur P. Jedrzejewski.

Er ist gleichsam Managing Director von Carlson Private Equity, dem englischen Unternehmen, das Kuag Anfang der Woche für umgerechnet 10 Euro erwarb. Der smarte Manager gehört zum Team der im Jahr 2003 gegründeten Investment-Firma Carlson, die sich zum Ziel gesetzt hat, kleine und mittlere Unternehmen in Not aufzukaufen und wieder profitabel zu machen.

„Wir versuchen, die Situation zu analysieren. Die Stärke unseres Unternehmens ist, dass sie aus Finanzanalysten besteht, die in der Lage sind, Geschäftsbereiche zu erkennen, die unrentabel sind”, ist Jedrzejewski zuversichtlich, auch bei Kuag den Hebel an der richtigen Stelle ansetzen zu können.

Man werde dabei nicht immer gleich bei dem Personal anfangen. „Die Personalkosten sind nicht die höchsten Kosten. der Produktionsprozess muss genau betrachtet werden.” Vorrangiges Ziel müsse sein, die Liquidität der Firma zu verbessern.

Die Zahlungsmodalitäten sind dem neuen Chef dabei ein Dorn im Auge: „Egal von welchen Kunden wir sprechen, sie zahlen im Durchschnitt erst nach 30 bis 40 Tagen. Dadurch entsteht das große Loch in der Liquidität.”