Städteregion: Kreißsaal des Rhein-Maas Klinikums wegen Grippewelle geschlossen

Städteregion : Kreißsaal des Rhein-Maas Klinikums wegen Grippewelle geschlossen

Wegen der Vielzahl erkrankter Mitarbeiterinnen hat das Würselener Rhein-Maas-Klinikum (RMK) am Freitag kurzfristig den Kreißsaal schließen müssen. Bis einschließlich Montag, 12. März, werden keine Frauen mehr zur Entbindung aufgenommen. Die für kommenden Montag geplante Kreißsaalführung fällt aus. Auch in Aachen und Simmerath mussten Stationen vorübergehend schließen.

„Wir haben zurzeit einfach keine Hebammen“, erläutert RMK-Pressesprecher Thomas Jansen auf Nachfrage unserer Zeitung. Akute Notfälle würden weiterhin versorgt. Auch die übrige gynäkologische Versorgung sowie Operationen würden wie geplant vorgenommen. Die von der vorläufigen Schließung betroffenen Schwangeren würden benachrichtigt und anderen Krankenhäusern in der Region zugewiesen.

Wegen krankheitsbedingter Engpässe beim Personal musste auch das Simmerather Krankenhaus eine Station vorübergehend dichtmachen, betroffen ist die chirurgische Ambulanz.

Die anderen Krankenhäuser in der Städteregion haben den Personalmangel bislang auffangen können. So der Sachstand am Freitag. Die Lage könne sich aber täglich ändern, sagt Holger Benend von der städteregionalen Pressestelle. Er betont, dass es sich bei den Erkrankungen der Mitarbeiter nicht unbedingt um Influenza handele, da derzeit auch andere Viren kursieren, die zu grippeähnlichen Symptomen führen.

Aber unter anderem wegen der wachsenden Patientenzahl aufgrund der herrschenden Grippewelle, die ihren Höhepunkt erreicht haben soll, ist die Situation in allen Krankenhäusern angespannt. Etwa in Stolberg, wo 12 Prozent der rund 900 Mitarbeiter wegen Krankheit ausfallen: „Wir müssen jeden Tag aufs Neue die Situation bewerten und versuchen, dort, wo es besonders eng wird, nachzusteuern“, teilt Heike Eisenmenger, Sprecherin des Bethlehem-Gesundheitszentrums, mit.

Will heißen: Wie in allen Häusern werden planbare Operationen verschoben, verzichtet Personal auf Urlaub, fährt Doppelschichten oder rotiert zwischen den Stationen, um weiterhin sicherzustellen, dass jeder versorgt werden kann, der Hilfe braucht. Bei einfachen Infekten sollten Betroffene den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen.

Zwecks Lagebild fragt das Gesundheitsamt der Städteregion alle Kliniken zurzeit täglich ab. „Influenza ist meldepflichtig, auch jeder Ausbruch im Krankenhaus“, sagt Benend. Aktuell habe das Aachener Luisenhospital eine Station geschlossen, weil mehrere Patienten an Grippe erkrankt sind. Im Uni-Klinikum habe es ebenfalls einen Ausbruch gegeben, der schon wieder abgeklungen sei.

Grundsätzlich werde jeder Influenza-Patient im Krankenhaus isoliert, müssten sich Besucher beim Personal melden und Schutzkleidung überziehen. Das Gesundheitsamt appelliert, Krankenbesuche auf ein Minimum zu beschränken — um keine Erreger einzuschleppen (Hände beim Reingehen desinfizieren) und um sich nicht selbst anzustecken.

Personen mit grippalen Infekten sollten Krankenhäusern fern bleiben. „Man kann auch telefonieren“, rät Benend. Die Gefahr, dass geschwächte Patienten über infiziertes Personal angesteckt würden, hält er für gering: In den Krankenhäusern werde größter Wert auf Hygiene gelegt, zudem jeder Mitarbeiter bei ersten Symptomen getestet, ob es sich um Grippe handelt, und entsprechend nach Hause geschickt.

Benend stellt überdies klar: „Die Krankenhäuser sind nicht überproportional von Grippe betroffen, sondern nur ein Abbild der Gesamtsituation.“

Um die Verbreitung der Erreger möglichst einzudämmen, sollten Menschenansammlungen gemieden, die Hände häufig gewaschen sowie Mund und Nase bei Husten oder Niesen mit der Ellenbeuge und nicht etwa mit der Hand bedeckt werden.

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