Kreis Heinsberg: Kreissparkasse: „Belastungen können gestemmt werden”

Kreis Heinsberg : Kreissparkasse: „Belastungen können gestemmt werden”

„Die Sparkassen sind Miteigentümer der WestLB. Daraus resultiert eine Verantwortung, der wir uns stellen müssen - und dies tun wir auch”, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Heinsberg, Lothar Salentin, am Donnerstag auf Anfrage.

„Die aufgetretenen Probleme haben bei uns keine Freude ausgelöst - im Gegenteil. Die Belastungen für unsere Sparkasse sind spürbar, können aber durchaus gestemmt werden. Wir haben Risikovorsorge betrieben und können den finanziellen Aufwand in voller Höhe erbringen, ohne den Gewinnausweis ändern zu müssen”, so Salentin.

Dies bedeute: „Wir brauchen uns geschäftspolitisch nicht einzuschränken. Dies gilt insbesondere für unser gemeinnütziges Engagement für die Menschen im Kreis Heinsberg und auch für unsere Preispolitik.”

Der angeschlagenen WestLB soll bekanntlich mit einer Finanzspritze von zwei Milliarden Euro unter die Arme gegriffen werden; die eine Hälfte als Verlustausgleich für 2007, die andere Hälfte als Risikoübernahme, sprich als Garantie.

Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV), der mit rund 25Prozent an der WestLB beteiligt, muss also zweimal 250 Millionen Euro aufbringen; davon sollen bei der ersten Tranche 100 Millionen Euro aus einem Reservefonds genommen werden, welchen die Sparkassen und die WestLB in den vergangenen Jahren gespeist haben.

Noch sei nicht klar, so Salentin, ob die Mittel an die WestLB letztlich in Form einer Kapitalerhöhung fließen oder als echter Aufwand. Die Kreissparkasse Heinsberg, die mit 1,75 Prozent am RSGV beteiligt ist, stelle sich jedenfalls darauf ein, dass sie in der Gesamtsumme (inklusive bereits gezahlter Mittel für den Reservefonds sowie eigener entfallender Zinseinnahmen) über acht Millionen Euro brutto zu tragen habe; abzuziehen wären eventuell steuerliche Verrechnungsmöglichkeiten.

Stille Reserven

Da die Kreissparkasse Heinsberg aber über stille Reserven, sprich Rückstellungen für Kredit- und Beteiligungsrisiken verfüge, werde sie die Mittel daraus entnehmen können - ohne Auswirkungen auf den bilanziellen Gewinn (2007: rund 5,5 Millionen Euro) oder auf das Eigenkapital. Dieses liege bei über 120 Millionen Euro. Dies zeige, so Salentin, dass die Kreissparkasse Heinsberg durch die Entwicklungen bei der WestLB keinesfalls gefährdet sei.