Myhl: Kreativität eindrucksvoll bewiesen

Myhl : Kreativität eindrucksvoll bewiesen

Von tagelanger Frühlingssonne verwöhnt und durch ein bezauberndes Bühnenbild in apfelgrüner und gelber Seide mit stilisierten Frühlingsboten eingestimmt, war das Frühlingskonzert des Mandolinen-Orchesters Myhl „der” Aufheller in ansonsten trüben Fernsehtagen.

Nicht nur die Myhler Stammgäste, sondern viele Freunde aus dem Umland hielten dem Orchester die Treue, das nun schon seit mehr als 50 Jahren mit einem von Jahr zu Jahr ausgefeilteren Programm und hervorragendem Zusammenspiel im Myhler Tal das Zeichen zum Aufbruch setzt: „Der Lenz ist da!”

Dirigentin mit straffer Hand

30 Aktive hat das weiter verjüngte Orchester, das unter der straffen Hand der Dirigentin Ingrid Schippel zunehmend mehr überzeugt in einer ausgefeilten Programmwahl.

Mit der Verpflichtung des jungen „Amsterdam Gitarren- und Mandolinen-Duos” Marijke und Michael Wiesenekker gelang eine überzeugende Erweiterung des Programms, die einmal mehr beweist, welche Gestaltungsmöglichkeiten auch den Zupfinstrumenten in der Musikliteratur gegeben sind.

Das junge, meisterlich spielende Geschwisterpaar, das noch an der Musikhochschule Wuppertal/Düsseldorf studiert, hat Zukunft. Es zeigte den Myhlern, welche enormen Möglichkeiten Mandoline und Gitarre bieten.

In Myhl boten sie ein Kontrastprogramm zu der „klassischen” Linie des Myhler Orchesters mit Jazz-Elementen und amerikanischer Folklore. Höhepnkt ihrer Vorträge war das „Harry-Lime”-Thema aus dem „Dritten Mann”.

Mit der „Heimreise” von Altmeister Wölki eröffneten Ingrid Schippel und das Orchester ihr Programm. Die schöne Komposition erinnert an ein lyrisches Gedicht mit vielen Gefühlsregungen eines von langer Reise endlich Heimkehrenden. „Palladio” entführte die Zuhörer in eine toskanische Landschaft von klassischer Schönheit.

Ein fröhliches „Rondo”, fünf italienische Volkstänze und - der Höhepunkt des Konzertes - die spanisch-mauriche „Grenada” von Garcia beschlossen den ersten Teil.

Große Spielfreude deutlich spürbar

Mit Dvorak´s, einer impressionistischen „Armonie Alpine” von Sartori und dem synkopengenauen „Morenito de Brasil” im Samba-Rhythmus steigerte sich das Orchester mit großer Spielfreude und manchen solistischen Kurzeinsätzen der langjährigen Mitglieder Langerbeins und Winkens.

Die „Irische Suite” und die Melodienfolge „Gute Laune” in geschmackssicherer Instrumentierung erinnerten langjährige Konzertbesucher daran, dass das Mondolinenorchester Myhl nicht vergessen hat, mit welchem Anspruch es einst angetreten ist: Mit schöner Musik und viel Schwung zum Wandern und Singen.

Stefan Langerbeins dankte dem jungen Solistenpaar aus Amsterdam, den Bühnenbildnern Hilde Wilms und Blumen Stahl/Altmyhl, der unermüdlichen Dirigentin Ingrid Schippel und nicht zuletzt dem treuen Publikum im Namen des Orchesters. Das Publikum selber war begeistert. Es dankte seinerseits mit starkem Beifall.