Heinsberg/Erkelenz: Krankenhäuser bündeln ihr Know-how

Heinsberg/Erkelenz : Krankenhäuser bündeln ihr Know-how

Der Zwang zum sparsamen Haushalten im Gesundheitswesen wirkt sich auch auf den Kreis Heinsberg aus.

Auf Initiative der Landesregierung werden derzeit landesweit mit den Krankenhäusern Verhandlungen über einen neuen Krankenhausplan, insbesondere aber über den Abbau von Betten geführt.

Ziel der Landesregierung ist dabei eine Bettendichte von etwa sechs Betten pro 1000 Einwohner. Nach dem nordrhein-westfälischen Krankenhausgesetz sollen sich zunächst die Krankenkassen mit den Krankenhäusern auf neue Bettenstrukturen einigen, bevor dann hierüber endgültig durch das Gesundheitsministerium entschieden wird.

Seit Oktober letzten Jahres verhandeln nun auch die Krankenhäuser des Kreises Heinsberg mit den Krankenkassen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Bettendichte im Kreis bereits bei vier pro 1000 Einwohner liegt und die Vorgaben der Landesregierung damit schon mehr als erfüllt sind.

Heinz-Gerd Schröders, Geschäftsführer des Heinsberger Krankenhauses, ist daher auch zuversichtlich: „Im Kreis Heinsberg ist mit weiterem Bettenabbau nicht zu rechnen.”

Dennoch heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Krankenhausleitungen Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg: „In den bisherigen Verhandlungen wurde schnell deutlich, dass es den Krankenkassen vornehmlich um den zahlenmäßigen Abbau von Betten geht...Zukunftsweisenden Strukturverbesserungen stehen die Krankenkassen bislang zurückhaltend gegenüber.”

Große Abteilungen seien natürlich wirtschaftlicher zu führen, erläutert Schröders. „Wenn sie kleine Einheiten haben, müssen sie zum Beispiel eine Mindestbesetzung vorhalten, die dann aber häufig nicht ausgelastet ist.” Dies ist letztlich auch eines der Kriterien, die Grundlage für eine mögliche Konzentration bestimmter Fachabteilungen an einem Standort sind.

Wolfgang Salz, Verwaltunsgdirektor des HermannJosef-Krankenhauses in Erkelenz sieht der Entscheidung über die Strukturänderungen im Krankenhauswesen des Kreises Heinsberg mit großer Gelassenheit entgegen.

Von einer möglichen Entscheidung, die Gynäkologie in Geilenkirchen zu Gunsten von Heinsberg aufzugeben, sei das Erkelenzer Krankenhaus nur mittelbar betroffen. „Unsere gynäkologische Abteilung bleibt erhalten.”

Erst zum Monatsanfang hat es dort einen Chefarztwechsel nach der Pensionierung von Professor Breuker gegeben. Gerne würde Salz eine kardiologische Abteilung in Erkelenz sehen. Einen entsprechenden Antrag habe er für das Krankenkaus gestellt.

Auch mit einer Entscheidung, im Geilenkirchener Krankenhaus eine Orthopädie einzurichten, kann das Erkelenzer Hospital gut leben. „Im Rahmen der Unfallchirurgie werden dort bereits orthopädische Eingriffe vorgenommen.”

Aber ob es tatsächlich so kommt, wie es jetzt im Rahmen der laufenden Verhandlungen den Anschein hat, vermag Salz nicht zu sagen. Auch möchte er sich nicht festlegen. „Ich rechne im Laufe dieses Jahres noch mit einer Entscheidung und bin guten Mutes, dass sie für Erkelenz zufrieden stellend ausfällt.”

Viel mehr Gedanken macht sich der Verwaltungsdirektor über ein anderes Problem: die Umsiedlung des Immerather Krankenhauses, in der die Geriatrie und die Urologie untergebracht sind, wegen des Tagebaus Garzweiler II.

Anstelle der Immerather Außenstelle soll es am Hermann-Josef-Krankenhaus einen Erweiterungsbau geben. Nach den intensiven Verhandlungen mit Rheinbraun will Bürgermeister Erwin Mathissen noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich vornehmen.

Keine weiteren Überlegungen hat Salz wegen des St.-Antonius-Krankenhauses in Wegberg angestellt. Angestrebt war eine Einbeziehung des Krankenhauses in die Hermann-Josef-Stiftung als Trägerin des Hermann-Josef-Krankenhauses. Auch hier wartet Salz jetzt die Entscheidung der Landesregierung zur Neustrukturierung des Krankenhauswesens in der Region ab.

Die endgültige Entscheidung über die Ausgestaltung des Krankenhausplanes trifft die Landesregierung auf Vorschlag der Bezirksregierung Köln voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres.