Hückelhoven: Korbjäger werden ziemlich flach gehalten

Hückelhoven : Korbjäger werden ziemlich flach gehalten

Seitdem mit Dirk Nowitzki ein Deutscher in der US-Eliteliga Körbe wirft, steigt auch in Deutschland die Begeisterung für den Basketballsport.

Immer mehr Jugendliche laufen seitdem mit den Trikots ihrer Idole über die Straße. Damit nicht genug: Natürlich wollen die Jugendlichen auch selbst den Ball im Korb versenken. Kurz: Basketball ist „in”.

Für die jungen Nachwuchsathleten ist es allerdings gar nicht so einfach, in der Freizeit ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Im gesamten Stadtgebiet von Hückelhoven beispielsweise gibt es nicht einen Basketballverein, der in einer Meisterschaftsrunde mitmischt. Nur der TV Hückelhoven-Ratheim verfügt über eine so genannte „Jugendriege”, in der Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren einmal wöchentlich trainieren.

„Da die Altersdifferenz der Jugendlichen sehr groß ist, lohnt es sich im Moment nicht, eine Mannschaft zum Spielbetrieb anzumelden”, sagt Trainer Marcus Ströckens. „Wenn wir nach den Ferien allerdings mehr Zulauf als bisher bekommen, werden wir ein U18- oder U20- Team aufstellen und für Meisterschaftspiele anmelden.”

Bis das so weit ist, bleibt den jungen Nowitzkis und Duncans nichts anderes übrig, als ihren Idolen auf den Schulhöfen oder aber auf der Sportanlage „Affenkäfig” am Schulzentrum in Ratheim nachzueifern.

Ganz andere Sportart

Allerdings stellt sich für die Jugendlichen ein ernstes Problem: Auf Schulhöfen wie zum Beispiel auf dem neu errichteten Schulgelände der Ratheimer Grundschule Im Wiesengrund hängt nur ein einzelner Korb. Und ein zum Korb gehörendes Basketball-Spielfeld ist auch nur selten vorhanden.

„Basketball spielen nur auf einen Korb, das ist eine ganz andere Sportart, das ist nämlich Streetball. Aber wir wollen Basketball nach den offiziellen Regeln spielen”, sagt Jason Patz. Er trifft sich zusammen mit anderen Jugendlichen regelmäßig am „Affenkäfig”, um dort mit oder gegen andere Fans dieser Sportart zu spielen und natürlich auch um seine Technik zuverbessern.

Die Motivation für diesen Sport geht sogar soweit, dass die Jugendlichen den eigentlich unbespielbaren Korb am „Affenkäfig” in Ratheim kurzerhand und aus eigenen Kräften mit einem neuen Ring und einem neuen Netz wieder einsatzfähig machten.

Der Stadt Hückelhoven ist der schlechte Zustand der Sportanlage an der Wallstraße, die auch über eine 100m-Laufbahn, eine Weitsprunggrube sowie ein Fußballfeld und eine Kugelstoßanlage verfügt, sehr wohl bekannt. Deswegen, so ist aus dem Schulamt zu hören, würde der marode Basketballkorb „spätestens bis zum Frühjahr kommenden Jahres im Rahmen der allgemeinen Sanierungsarbeiten” des „Affenkäfigs” erneuert werden.

Besonders erfreulich für die engagierten Jungbasketballer dürfte sein, dass der gesamte Tartanbelag, den die Stadt wegen der Rutschgefahr nicht nur bei Nässe als „sicherheitsgefährdend” bezeichnet, erneuert werde.

Gute Perspektiven also für die Nachwuchsstars: die Sportanlage an der Wallstraße bekommt ein neues Basketballspielfeld.

Und, was für die kleinen Air-Jordans am Wichtigsten ist: Es wird wohl ein zweiter Basketballkorb aufgehängt, sodass sie endlich „richtig” Basketball spielen können.