Süsterseel: Konzert der Chorgemeinschaft Hastenrath-Süsterseel

Süsterseel : Konzert der Chorgemeinschaft Hastenrath-Süsterseel

„Warten auf das Licht” - unter diesen Leitgedanken stellte die Chorgemeinschaft Hastenrath-Süsterseel mit ihrem Dirigenten Gerd Gerads das Adventssingen 2002, das auf erfreulich breites Interesse stieß.

Die Kirchensänger und -sängerinnen gaben sich wieder betont modern, indem sie so manchen Zopf abschnitten und die rührseligen alten Weisen verbannten.

Da nimmt es Wunder, dass sie bei der Jugend nicht ansteckender wirken. Vor allem in den Männerstimmen mit nur noch sieben Vertretern täte Nachwuchs dringend not. Die Frauen hingegen behaupten sich mit 25 Stimmen kräftiger und werden zur Verstärkung der Männer herangezogen.

Bescheidenheit, aber auch unmissverständliche Intention ging von dem Auftritt aus. Die Lieder, zum Beispiel von Klaus Heizmann, haben zum Ziel, die Gegenwart zu reflektieren und christliche Wege aufzuzeigen, aus dem Dunkel der Zeit herauszufinden.

Dunkelheit und Helligkeit

Dabei geht es keineswegs um die kalendarische Dunkelheit. Statt abzunehmen, werden die Probleme eher mehr und größer. Trotz der christlichen Botschaft von Frieden und Menschlichkeit ist man weiter denn je von ihrer Verwirklichung entfernt. Darüber „ärgern” sich die Chorsänger und klagten die „Mächtigen” an.

Andererseits verharrten sie nicht in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung und intonierten: „Jesus, unser Retter ist da!” Damit die Texte auch genau verstanden wurden, folgte vor dem Gesang ihre Deklamation mit verteilten Rollen. Dann konnte man sich um so mehr der gesanglichen Ausdeutung hingeben, wobei Helligkeit und Dunkel changierten.

Solistische Akzente

Ein Solist brachte zusätzliche Akzente. Der junge Andreas Rademacher hatte sich spontan bereit erklärt, mit seiner Stimme für noch mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, und brachte zwei Hymnen der Weltjugendtage zum Vortrag. Damit vertrat er sozusagen repräsentativ die junge Generation. 1991 in Tschenstochau lautete die Hymne „Abba Ojcze - Abba Vater” und 2000 in Rom beim 15. Treffen Emanuel („Gott mit uns!”).

Vom Advent leitete die Sangesstunde allmählich über zur Weihnachtszeit, ohne sie jedoch vorwegzunehmen. Man achtete genau auf die Unterscheidung.

Der Sonntag „Gaudete” schließlich drückt auch liturgisch Vorfreude aus, für den Solisten Grund, mit schöner Stimme „The Holy Christmas Night” vorzutragen, während sich der Chor dem christlichen Gedanken der Weihnacht widmete.

Hier kam Heizmann mit seinem Lied vom großen, klein angefangenen Wunder zu Wort, aber auch Walter Rhein, der den alten adventlichen Ruf „Macht hoch die Tür!” neu bearbeitete. Aber auch das ist schon einige Jahrzehnte her.

Mit einem Danklied klang die textlich wie gesanglich eindrucksvolle Feierstunde aus. Beim Christstollen wurden danach auch die geselligen Kontakte zwischen Chor und Hörern gepflegt.