Konsens: "Niemand will einen Krieg"

Konsens: "Niemand will einen Krieg"

Erkelenz (an-o/rk) - Noch ist es nicht soweit. Noch hat George W. Bush den Angriffsbefehl nicht gegeben. Gerade noch Zeit genug für die Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums, darüber nachzudenken, ob Krieg als letztes Mittel der Politik überhaupt zulässig ist?

Um diese Frage angemessen und von allen Seiten zu beleuchten, hatte die AG zu einer Podiumsdiskussion geladen. Mit dabei: Oberleutnant Philipp Kraft, Jugendoffizier der Bundeswehr und als solcher zuständig für Sicherheitspolitische Fragen die Bundeswehr betreffend, Leo Dautzenberg, Bundestagsabgeordneter des Kreises für die CDU, Dr. Christoph Zöpel, Bundestagsabgeordneter des Kreises für die SPD, sowie Matthias Fischer, Mitglied der Organisation "Aachener Friedenspreis".

Bewusst neutral gehalten

Diese vier diskutierten rund zweieinhalb Stunden lang mit den Schülern der Erkelenzer Gymnasien im voll besetzten Forum des Cusanus-Gymnasiums.

Obwohl das Thema zunächst bewusst neutral gehalten wurde, bekam die Diskussion natürlich sehr bald einen aktuellen Bezug, den drohenden Irak-Krieg.

Mit Fragen eingedeckt wurde vor allem Dautzenberg, der natürlich mit allen Mitteln versuchte, die nicht genau definierte Politik der CDU zum Thema Irak zu verteidigen. Sein Grundtenor deckte sich mit der Linie der CDU-Spitze: "Eine Drohkulisse muss erhalten bleiben. Wenn Hussein genau weiß, dass zwar gedroht, aber nie gehandelt wird, dann wird er nie einlenken."

Übrigens auch die Haltung des Jugendoffiziers Kraft. Er machte jedoch Eines deutlich, besonders an die Adresse des Friedensstifters Fischer: "Wenn morgen Streitkräfte nicht mehr notwendig wären, dann wäre ich der Erste, der die Uniform an den Nagel hängt. Kein Soldat würde âJuchuhÔ schreien, wenn es hieße: Wir ziehen in den Krieg."

Fischer lieferte zwar viel Konfrontationsmaterial nach dem Motto: "Krieg kann nie gerechtfertigt sein", und verpasste keine Gelegenheit, zynisch seine Diskussionspartner zu attackieren, jedoch kamen von ihm keine ernsthaften politische Alternativen zur Konfliktbewältigung, außer: "Man muss die Konfliktherde langfristig beobachten, um Krisen im Vorfeld zu verhindern."

Zöpel fand die richtigen Worte, um die Linie Schröders im Irak-Konflikt zu erläutern. Diese scheint in Erkelenz, wie in weiten Teilen Deutschlands, von einem Großteil der Menschen, zumindest der Schüler, geteilt zu werden. In einem Punkt waren sich alle einig: "Kein vernünftiger Mensch will Krieg."