"Kommst Du mit zur Weihnachtsfeier?"

"Kommst Du mit zur Weihnachtsfeier?"

Hückelhoven (an-o) - Jetzt gehts los: Die Zeit der Weihnachtsfeiern bricht an. Das Fest der Liebe wird von allem und jedem zum Anlass genommen, zusammen zu kommen und dem Alltagsstress zu entfliehen.

Gefeiert wird so viel, dass das Feiern hier und die Feier da schon wieder zum Stress wird.

Ich weiß noch gut, welcher Gedanke mir als Erstes durch den Kopf schoss, wenn am häuslichen Mittagstisch die Ankündigung der ersten Weihnachtsfeier des Jahres erfolgte: "Wie? - Weihnachtsfeier?? Seit wann werden die denn im September abgehalten?" Schon wieder begann der gefürchtete Countdown der letzten Wochen vor dem Weihnachtsfest.

Ja, gefürchtet, denn ganz anders als in der Kinderzeit erlebte ich die Adventszeit als Mutter von zwei Kindern. Während früher Welten zwischen dem ersten geöffneten Türchen des Adventskalenders und Heiligabend lagen, schrumpft diese Zeit nun auf dreieinhalb kümmerliche Wochen voller Planungen, Besorgungen und Termine.

Und um den Terminkalender so richtig bunt zu machen, gibt es eben die Weihnachtsfeiern - im Sportverein, im Reitverein, im Fußballverein, im Kegelclub, mit den Kollegen, in der Schule und im Kindergarten. Solange der Nachwuchs ganz klein ist, hat man ja selber noch Einfluss auf die weihnachtliche Gestaltung. Den Besuch des Weihnachtsmannes Zuhause, die Nikolausfahrt mit der Selfkantbahn, all das tut man sich noch freiwillig und mit dem ganzen Entzücken junger Eltern an.

Sobald die Kinder aber "institutionalisiert" werden, in den Kindergarten und in die Schule kommen und vielleicht noch ein Hobby im Verein betreiben, ist Schluss mit lustig. Da ist es ganz schnell vorbei mit der stillen, besinnlichen Vorweihnachtszeit, denn wer kann bei der treuherzig vorgebrachten Frage "Mama, du kommst doch auch zu meiner Weihnachtsfeier?" schon Nein sagen?

Sich drücken geht beim besten Willen nicht, egal wie gestresst man sein mag. Denn geschickterweise gestalten sich viele Feiern mit den wochenlang eingeübten Auftritten der Kinder. Und wer würde das versäumen wollen? Und so harrt man Stunden lang in verräucherten Reiterstuben oder auf harten Holzbänken ohne Lehne in unzureichend geheizten Sporthallen aus, um voller Stolz die fünfminütige Darbietung des Nachwuchses zu bewundern. Mit Kindern sollte man einfach keine einzige Weihnachtsfeier verpassen.