Staedteregion: Kommentiert: Ein Armutszeugnis

Staedteregion : Kommentiert: Ein Armutszeugnis

Von Anfang an war klar, dass das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes keine dauerhafte Finanzierung der Schulsozialarbeit beinhaltet.

Dass alle Verantwortlichen Schulsozialarbeiter als einen Gewinn an den Schulen sehen, war schnell erkennbar. Wie kann es dann sein, dass ein solches Erfolgsmodell nicht dauerhaft gesichert wird? Wer etwas, das so hervorragend funktioniert, einfach auslaufen lässt, macht sich unglaubwürdig.

Dass an den Schulen in Trägerschaft der Städteregion Schulsozialarbeiterstellen gesichert werden, ist prima. Was aber sollen die Kommunen tun? Die fühlen sich jetzt allein gelassen. Und sind sauer. Zu Recht. Denn die Städteregion als Umlageverband sichert ihre Schulsozialarbeiter im Prinzip mit dem Geld der Kommunen — und die können ihre eigenen Schulsozialarbeiter nicht weiter finanzieren.

Dass der Vorschlag im Raum steht, das Problem mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds zu lösen, ist lächerlich. Bis solche Anträge durchgewunken werden, vergehen sicher mehr als die zwei Monate, die viele Schulsozialarbeiter noch haben, bevor sie die Koffer packen müssen.

Bildungsgutachten zeigen, dass es Kinder aus ärmeren Familien schwerer haben in Deutschland. „Das kann nicht sein!“, ist die einhellige Meinung der Politik. Schulsozialarbeiter haben dazu beigetragen, dass es diese Kinder einfacher haben. Dass sie jetzt gehen müssen, ist in jeglicher Hinsicht ein Armutszeugnis.