Heinsberg: Knöllchen für „öffentliche” Schmutzfinken

Heinsberg : Knöllchen für „öffentliche” Schmutzfinken

„Ein Bußgeld wäre gut. Am Busbahnhof habe ich einen jungen Mann beobachtet, der einen Brief zerriss und die Schnipsel wegwarf. Dabei stand er direkt neben einem Papierkorb,” erzählt Ingeborg Beumers aus Heinsberg.

„Sauberkeit ist wichtig. Ich möchte mich auf saubere Bänke setzen können. Wir wohnen in einer schönen Stadt, die auch so bleiben soll. Wer falsch parkt, muss auch ein Bußgeld zahlen. Deshalb würde ich auch ein Bußgeld für diejenigen begrüßen, die gedankenlos ihren Abfall wegwerfen.”

Gut findet Ernst Schamong aus Kirchhoven die Idee mit dem Knöllchen für Schmutzfinken. „Es wäre eine erhebliche Verbesserung der Situation. Besonders störend sind Hundedreck und Kaugummis.”

Dem schließt sich Hubert Grünke (Heinsberg) an. „Ich fände ein Bußgeld richtig. Hundekot stört mich am meisten. Man muss ständig auf die Erde schauen, damit man nicht hineintritt. Und bei diesem warmen Wetter ist es besonders unangenehm.”

Nichts von dieser Form der Strafe halten Sascha Hoffmann und Sven Kirber. Die beiden Jugendlichen sitzen am Heinsberger Busbahnhof. „Wenn ein Mülleimer vorhanden ist, dann werfe ich den Abfall hinein,” so Sven. Sein Freund Sascha lacht und erklärt: „Mich interessiert es nicht. Der Dreck stört mich nicht. Aber die kaputten Bänke.”

„Ich finde es korrekt, wenn es dafür ein Bußgeld gibt,” stimmt die Heinsbergerin Doris Hubbat den Ideen der Aachener Stadtväter zu.

„Ich habe den Kiosk hier am Busbahnhof. Jeden Morgen, wenn ich hierher komme, ärgere ich mich über die Zigaretten und Kaugummis, die auf dem Weg herumliegen. Es ist unmöglich, wie einige einfach alles sorglos auf den Boden werfen. Allerdings ist es auch die Erziehung, die vielen fehlt. Wer zu Hause beigebracht bekommt, dass Abfall in einen Mülleimer gehört, der wirft auch in der Stadt nicht einfach sorglos seinen Abfall weg.”

Aus der Sicht unserer niederländischen Nachbarn sieht Jack Koch die Situation. „Ich komme aus Geleen. Dort und auch in Sittard oder Heerlen ist es viel sauberer als in Deutschland. In Limburg haben wir eine Stadtwache. Das sind Kontrolleure, die durch die Stadt laufen. Sie melden schmutzige Orte an die Gemeinde und passen auf, dass niemand seinen Dreck einfach wegwirft.”

Positiv empfindet er außerdem, dass die Polizei sich ebenfalls um dieses Problem kümmert. „Da werden auch Stadtverbote erteilt, wenn jemand wiederholt beim Verunreinigen aufgefallen ist. Außerdem kommt die Stadtreinigung drei- bis viermal in der Woche. So macht die ganze Provinz Limburg einen saubereren Eindruck auf mich.” Er denkt ebenfalls, dass ein Bußgeld keine schlechte Idee wäre.

Fazit dieser kleinen Umfrage: Alle wollen eine saubere Stadt und Umgebung. Einige wenige scheren sich jedoch nicht um die Allgemeinheit und lassen beispielsweise ihre Hunde in die Stadt machen, obwohl Heinsberg zwei Hundestationen hat.

Dort kann sich derjenige, der Waldi in die Stadt ausführt, mit Reinigungsmaterial ausrüsten. Für Kippen gibt es allerorten genügend Aschenbecher, und Kaugummis gehören zurück ins Papier und dann in den Mülleimer.

Es ist ganz einfach und erleichtert das Leben ungemein, wenn alle etwas mehr Rücksicht nähmen. Auf Gäste macht eine saubere Stadt ebenfalls einen besseren Eindruck, was langfristig auch der Wirtschaft am Standort Heinsberg gut tut.