Haaren: Kluser Narrenschiff unter vollen Segeln

Haaren : Kluser Narrenschiff unter vollen Segeln

Immer wieder war er in der Haarener Selfkanthalle zu hören, der närrische Schlachtruf „Pappmul Ahoi”, angestimmt von Sitzungspräsident Dr. Gotthard Kirchner.

Gemeinsam mit dem Elferrat und begleitet von den Haarener Fanfaren, startete er mit Erfolg den ersten Stapellauf des Haarener Narrenschiffes in dieser Session.

Nie darf es fehlen, das „Pappmulelied”, quasi die Nationalhymne der Haarener Karnevalisten, und als Alleinunterhalter Stephan Kryjom das Publikum nicht auf Anhieb zum Mitsingen motivieren konnte, bekam er Unterstützung von Ehrenpräsident August Kirchner.

Dieser eilte auf die Bühne, ergriff das Mikro und brachte Schwung in die Gästeschar.

Spätestens mit Büttenredner Guido Hoß aus Aachen- dem Unterwäscheverkäufer für Prominente und Stars - war das Eis gebrochen. Ein ganz starker Auftritt, zumal Hoß die Stars herrlich imitierte.

Etwas schwieriger, Gehör beim Publikum zu finden, hatte es da schon „Et Hüüldöppe” (Werner Heck) aus der Eifel.

Seiner Rede vorangegangen war der Aufmarsch der Gastgesellschaften - darunter Karken, Kempen, Kirchhoven, Unterbruch und Tüddern - des VKAG mit Präsident Reiner Spiertz und Ehrenpräsident Jupp Schmitz sowie des Ehrenpräsidenten Hanns Back als Vertreter der Komitees Heinsberger Karneval.

Karneval als „Lebenselixier”

Eine besondere Überraschung hatte VKAG-Präsident Reiner Spiertz für Reiner Speis. Unter anderem seit 50 Jahren im Elferrat der Kluser Pappmule und über 90 Jahre alt, sei er „der lebendige Beweis für Karneval als Lebenselixier”.

Der VKAG-Präsident hatte für den Jubilar die höchste Auszeichnung des Bundes Deutscher Karneval mitgebracht, den BDK-Orden in Gold mit Brillanten und eine große Urkunde.

Bei August Kirchner, langjähriger Präsident der Pappmule und Weggefährte von Reiner Speis, sowie beim amtierenden Präsidenten Dr. Gotthard Kirchner bedankte sich Reiner Spiertz mit dem VKAG-Freundschaftsorden für die Förderung des Brauchtums Karneval. Weitere Orden hatten die Gastgesellschaften mitgebracht.

Dass das Stadtprinzenpaar des Komitees Heinsberger Karneval den Pappmule ebenfalls seine Aufwartung macht, hat lange Tradition. So gaben sich auch die Brööker Waaterratte ein Stelldichein.

Eine Reminiszenz an ihre Kölner Vorbilder, die Black Föss, war der Auftritt der Haarener Sudhausspatzen.

Mächtig Stimmung kam mit „Oh-Weih” aus Süsterseel in die Halle. Die Kruusberger Funken machten mit ihrem Auftritt Appetit auf weitere Tanzeinlagen, die noch folgen sollten.

Mit Willi Fuchs hat Haaren einen Büttenredner in seinen Reihen, der durchaus mit den Profis mithalten kann. Sein Lohn waren nicht nur die Lacher, sondern auch eine Rakete.

Die „Kammerkätzchen und Kammerdiener” aus Köln - eine Spitzentanzgruppe des rheinischen Karnevals - entfachte einen Sturm der Begeisterung.

Da hatte es der „Tulpenheini” nicht leicht, wieder Gehör zu finden. Stark war er besonders im zweiten Teil seiner Büttenrede, wo er das Publikum bestens in den Griff bekam.

Als „Showspezialisten” erwiesen sich die HKV-Prinzengardisten, die die Pappmule als langjährige Freunde willkommen hießen. Tolle Kostüme und Tanzszenen, die eine faszinierende Choreografie zu einer Geschichte verband, ließen die Akteure als Vampire auftreten.

Präsidentengarde mit männlicher „Marie”

Die Präsidentengarde der Pappmule mischte einmal mehr Tanz und Komik zu einer geschickten Bühnenshow. Sie präsentierten sich erstmals unter dem Kommando von Mario Schröders mit einer männlichen Tanzmarie, und ihr Titel „Se wolle danze könne” war Programm.

Als die Truppe bei der Zugabe einen angedeuteten Striptease hinlegte, gabs kein Halten mehr. Klar, dass dafür eine weitere Rakete fällig war.

Das Finale bestritten die Haarener Fanfaren mit einem grandiosen Feuerwerk.

Am Freitag gibt es den zweiten Stapellauf des Kluser Narrenschiffs, wiederum in der Selfkanthalle.