Wegberg: Kloster in Wegberg wieder mit Leben füllen

Wegberg : Kloster in Wegberg wieder mit Leben füllen

Langsam bröckelt in der Pfarre St. Peter und Paul die Überzeugung, das ehemalige Kloster nicht zu verkaufen. „Wir haben zwar den Beschluss gefasst, das Kloster zu erhalten”, bestätigte Joseph Grün, der die Verhandlungen für die Pfarre führt, aber es könne durchaus sein, dass dieser Beschluss seine Bedeutung verliert.

Doch noch ist es nicht so weit. Noch hofft die Pfarre darauf, dass das Kloster wieder mit Leben erfüllt wird. „Wir haben der Stadt Wegberg eine letzte Frist bis Ende Oktober gesetzt. Dann wollen wir definitiv wissen, ob die Stadt an einer Nutzung des Gebäudes interessiert ist oder nicht.”

Die Geschichte der gescheiterten Nutzung hat bereits einige Kapitel. So sollte nach Freiwerden der klerikalen Einrichtung auf Wunsch und mit Unterstützung der Wegberger Stadtverwaltung dort eine Kunstschule ihren Betrieb aufnehmen. Doch es blieb beim Wollen, die Kunstschule ist längst gen Erkelenz abgewandert.

Danach war es das Bestreben, eine Musikschule und andere Kulturbereiche unterzubringen. Aber wieder scheiterten die Pläne, diesmal daran, weil es zu lange dauerte, bis auf Bistumsebene die erforderlichen Beschlüsse getroffen wurden, so Grün.

Nunmehr befinde sich die Pfarre in erneuten Verhandlungen mit der Stadtverwaltung. Es bestünden Überlegungen, Teile des Klosters für städtische Zwecke zu nutzen. Weiter wollte sich Grün dazu nicht äußern.

Ob es sich dabei um Pläne handelt, die Fraktionen aus dem Begegnungszentrum ins Kloster umzusiedeln, wie aus dem Stadtrat zu hören war, bleibt damit ebenso vage wie die mehrfach zu hörende Annahme, der Schwalmbühne im Kloster eine neue Übungsstätte anzubieten.

„Dem ist nicht so”, entgegnet Karlheinz Bonitz für den Theaterverein. „Wir haben uns zwar auf Einladung die Räume im Kloster angesehen, haben dabei aber festgestellt, dass sie zu niedrig für uns sind.”

Die Schwalmbühne fühlt sich ausgesprochen wohl in ihrem jetzigen Domizil, dem Begegnungszentrum. „Wir werden nichts entscheiden, bevor wir nicht wissen, wie es mit dem BGZ weitergeht.” Bonitz, der auch Sprecher der Wegberger Vereine ist, erinnert daran, dass sich inzwischen alle Ratsfraktionen für den Erhalt des BGZ stark machen, auch die CDU, deren neuer Fraktionsvorsitzender Reinhold Pillich diese Position einnahm.

Die Bedeutung des Verbleibs von Fraktionen im BGZ macht Bonitz deutlich. „Die finanziellen Grundlagen brechen weg, wenn die Fraktionen ausziehen würden.” Am liebsten wäre es ihm, wenn auch die CDU-Fraktion im BGZ heimisch würde. Die Mieteinnahmen würden dem Förderverein fehlen, der das BGZ zukünftig führen würde.

Letztendlich lassen Grün derartige Überlegungen gleichgültig. „Wir arbeiten an einem Konzept, bei dem die Stadt nicht unbedingt als Mieter auftritt und wollen bis Ende 2007 zu einer endgültigen Entscheidung kommen.” Falls dieser Weg nicht machbar ist, steht der nächste Schritt an: „Wir werden dann wohl mit einem Makler in Kontakt treten, um das Kloster zu vermarkten”, sagte Grün, der nach wie vor betont, dass es Wille aller sei, dass Kloster für die Öffentlichkeit zu erhalten.