Erkelenz: Kleiner Punkt am Rand der Sonne

Erkelenz : Kleiner Punkt am Rand der Sonne

Botticelli, Cranach und Rubens haben der Herrin der sinnlichen Liebe und Tochter des Zeus Aphrodite in ihren Werken gehuldigt.

Die „Schaumgeborene” gilt auch heute noch als Inbegriff der Schönheit. Bei den Römern hieß sie Venus. Auch die Schüler der Unterstufe des Cusanus-Gymnasiums, Felix, Benedikt, Markus, Raphael, Marco und Patrik von der Astronomie-AG, sind von ihr begeistert, allerdings aus rein wissenschaftlichen Gründen. Venus bescherte nämlich ein Ereignis, das sie noch nie zu sehen bekamen.

Der zweite Planet von der Sonne aus wanderte am Dienstag als kleiner dunkler Punkt am unteren Rand der Sonne entlang und war etwa sechs Stunden lang zu sehen. Felix und seine Mitstreiter hatten unter Anleitung von Studienrat Lorenzo Exner zwei Beobachtungsstationen auf dem Schulhof des Cusanus aufgebaut, das Ereignis sogar über einen Umlenkspiegel auf eine Projektionswand gebannt.

Sie sorgten dafür, dass auch die interessierten Klassen mit den Fachlehrern sich dieses einmalige Ereignis ansehen konnten. Schließlich wird dieses erst wieder im Jahre 2247 zu sehen sein.

Der Nachbarplanet ist mit einem Durchmesser von rund 12.100 Kilometern fast so groß wie die Erde. Ein Venustag dauert 243 Erdentage. Wissenschaftler glauben aber nicht, dass die Venus auf das Erdgeschehen Einfluss nimmt, allenfalls für Liebespaare, die gemeinsam in den Abendhimmel schauen.

Dafür interessieren sich Felix und die übrigen Astronomie-AGler aber wohl kaum. Sie fasziniert das Geschehen am Himmel und treffen sich deshalb seit zwei Jahren an jedem Mittwochmorgen in der Schule und im Winter donnerstagabends in der Sternwarte des Hückelhovener Gymnasiums, um mehr über die Weiten des Alls zu erfahren.

Einen Vorgeschmack auf das kosmische Ereignis lieferten am Montag auch mehrere Klassen des Hückelhovener Gymnasiums. Unter der Leitung von Referendarin Ellen Vomberg beleuchteten sie in einem Szenenspiel wichtige historische Ereignisse der Venus-Forschung.

Auch in der Sternwarte herrschte am Dienstag reges treiben, wie Schulleiter Walter Woltery berichtete.