Erkelenz-Hetzerath: Kirche und „Kirchlein” feiern Geburtstag

Erkelenz-Hetzerath : Kirche und „Kirchlein” feiern Geburtstag

Ortsunkundige, die Hetzerath besuchen, könnten meinen, vor ihren Augen erhebt sich eine Pfarrkirche aus roten Backsteinen.

Das ist nur bedingt richtig, denn: Nicht nur das 1953 erbaute Gotteshaus - schlicht und gediegen - öffnet sich an der Hatzurodestraße den Blicken der Passanten, sondern gleichermaßen die 40 Jahre ältere St.Josef-Kapelle, die im neugotischen Stil konstruiert ist.

Beide Bauwerke erscheinen oberflächlich deshalb als eines, weil sie aus Gründen der Zweckmäßigkeit miteinander verbunden wurden. Der Bau der Kirche war damals notwendig geworden, nachdem Hetzerath stetig gewachsen war.

In diesen Tagen nähert sich ein Doppeljubiläum: Die Kirche feiert ihren 50. Geburtstag, das „Kirchlein” gar seinen 90.

Für Pfarrer Günter Salentin und Heinz-Peter Schmalen, Rendant (Schatzmeister) der Pfarrgemeinde, Grund genug, auf die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre zurückzublicken.

Die sind bemerkenswert: Die Gemeinde ließ in den Gotteshäusern eine neue Heizungsanlage einbauen, unschöne Erdbebenschäden beseitigen, den Kirchturm sanieren, die schmucklose Verglasung der Kapelle und die Beleuchtung erneuern.

Darüber hinaus bekam das Innere einen neuen Farbanstrich. Zuletzt, im Jahre 2000, wurde eine neue Pfeifenorgel angeschafft.

Pfarrer Salentin hofft, dass bis zum Beginn der Schützenkirmes außerdem der neue Kapellen-Altar fertig gestellt ist. Wiederverwertung einmal anders: Gebaut wird dieser aus alten Kirchenbänken, ebenso wie 60 neue Stühle.

Bisher musste sich Hetzerath mit einem geliehenen Altar aus Granterath begnügen - ein regelrechtes Provisorium. „Wir waren aber froh, dass wir überhaupt etwas hatten”, räumt Günter Salentin ein.

Bemerkenswert sind die einzigartigen Kapellenfenster, 1994 bis 1995 vom Kunstmaler Wolfgang Fröde entworfen. Mit ihren teils modernen Motiven sind sie nicht gerade typisch für ein Gotteshaus, aber gerade deshalb so faszinierend.

Vor allem dann, wenn durch die Einwirkung der Sonne ein organisches Spiel aus Licht und Schatten entsteht. „Man meint dann, die Bilder beginnen sich zu bewegen”, beschreibt Pfarrer Salentin.

Warum wurde in Hetzerath erst so spät ein Gebetshaus errichtet? Heinz-Peter Schmalen schreibt derzeit an einer Festschrift und kennt die Antwort: „Hetzerath ist zwar ein sehr alter Ort, gehörte aber bis 1931 zur Pfarrgemeinde Doveren.”

Vor dem Bau der Kapelle hätten die Gemeindemitglieder an den Gottesdiensten in Doveren teilnehmen müssen. Ihre Loslösung betrieben sie mit Vehemenz und - wie unschwer zu erkennen ist - mit Erfolg.

Das Doppel-Jubiläum feiert die Pfarre St.Josef Hetzerath mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 7. September, ab 9.15 Uhr.