Wegberg: Kindermimik sagt mehr als tausend Worte

Wegberg : Kindermimik sagt mehr als tausend Worte

Pure Dunkelheit herrscht am Donnerstagabend zeitweise im evangelischen Jugendheim „Haus Schalom”. Nur auf der Bühne ziehen seltsam leuchtende Formen oder Figuren ihre Bahnen und entfalten eine beinahe hypnotische Wirkung.

Hände ohne Körper tauchen auf, grässlich-schöne Masken treiben ihr Unwesen, sogar ein Gondelfahrer paddelt gemächlich auf einem bläulich wallenden Fluss.

Wenn das abgenutzte Wörtchen Kreativität bemüht werden sollte, dann wäre es an dieser Stelle nicht vergeudet: Die Mitglieder des Schwarzlichttheaters sprühten förmlich vor Einfallsreichtum und schufen bei ihrem Auftritt ein herrlich surreales Bühnendesign.
Ebenso pfiffig waren auch die anderen beiden Gruppen, die sich an den Ferienspielen beteiligten.

Eine Woche lang hatten die 21 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren intensiv geprobt, um ihrem Publikum am letzten gemeinsamen Tag eine „atemberaubende” Show bieten zu können. Zur Auswahl standen unter dem Thema Theater noch das Einüben von Pantomime oder die Beschäftigung mit Stabpuppen. Eine Übernachtung im „Haus Schalom” inklusive Lagerfeuerromantik bildete den Abschluss der Aktionswoche. „Einige wollten sogar draußen schlafen”, berichtete Christiane Bertrans, Leiterin des Jugendheims - und zwar ohne Zelt.

Ja, dürfen die das denn überhaupt, mag sich da so manch einer fragen. Mit einem Augenzwinkern bemerkte die Erzieherin: „Ich erlaube grundsätzlich alles.”
Nichts Böses ahnend spielen Prinz und Prinzessin im Schlossgarten. Plötzlich taucht das böse Gespenst auf und entführt die Edeldame, denn es braucht unbedingt eine Putzfrau für seine Höhle.

Soweit die Ausgangssituation der Theateraufführung. Alles hatten die kleinen Stabpuppenspieler in Eigenarbeit geleistet: Kulissen gemalt, Puppen gebastelt und sich eine Geschichte ausgedacht. Gemeinsam mit Tiger und Bär kann die gute Fee die Prinzessin aus der Gewalt des Geistes befreien. Zum Schluss wird noch Hochzeit gefeiert.
„Sehr geehrte Damen und Herren, jetzt zeigen wir ihnen die faszinierende Welt der Pantomime. Es ist ein Theater, das ganz ohne Worte auskommt”, kündigte Jan Firley an.

Zusammen mit Annika Kempkes sowie Anna Coogan bildete er das Betreuerteam. Die Künstler verstanden es, den Witz des Alltäglichen einzufangen. Ob einen tollpatschigen Kellner, einen Taschendiebstahl oder das Schminkritual von Frauen - all dies stellten sie ausschließlich anhand von Mimik und Gestik dar.