Erkelenz: Kicker mögen viel lieber Rasen

Erkelenz : Kicker mögen viel lieber Rasen

Theorie und Praxis lassen sich nicht immer unter einen Hut bringen, wie einmal mehr die tagebaubedingte Umsiedlung der Orte aus dem Erkelenzer Osten zeigt.

Bei der Sitzung des Braunkohlenausschusses im Erkelenzer Rathaus gelangte jedenfalls die Stadtverwaltung an die Grenzen ihrer planerischen Kompetenz. Nach ihrem Wunsch sollte in Immerath (neu) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rasenplatz von Germania Kückhoven ein Aschenplatz für den umzusiedelnden SV Immerath entstehen. Zusätzlich soll ein Bolzplatz als Rasenplatz gebaut werden - alles kostenneutral für die Stadt und den Verein aus den Mitteln von RWE Power. Solange „Funktionsersatz” geleistet werde, sei der Bergbautreibende Zahlmeister, erinnerte Bürgermeister Peter Jansen. „Alles was darüber hinaus geht, ist von der Allgemeinheit zu tragen.” Von dieser Regelung wollte der Ausschuss auch nicht abrücken, er sah allerdings in den neuen Plätzen den Funktionsersatz nicht gegeben. Die Immerather Kicker spielen auf einem Rasenplatz, also sollen sie er auch einen neuen Rasenplatz erhalten. beschloss der Ausschuss gegen den Willen der Verwaltung. Der neue Bolzplatz hingegen soll einen Belag aus Asche erhalten. Da fruchtete auch der Hinweis von Jansen auf andere Ortschaften nichts.

In Gerderath und in Lövenich etwa gebe es einen Aschen- und einen Rasenplatz, dieses Modell sei auch in Immerath/Kückhoven denkbar. Damit jedoch rüttelte die Verwaltung Hans-Josef Dederichs auf: Es komme ihm vor, als solle der neue Platz in erster Linie Germania Kückhoven zu Gute kommen, weil man annehme, der SV Immerath würde nach der Umsiedlung ohnehin nicht mehr lange existieren.

Dem hat jedoch schon der SV-Vorsitzende Hans Peter Hillekamps widersprochen, der zukünftig eine Aufstockung des Spielbetriebs anstrebt. Mithin, so wurde beschlossen, soll es die vom Verein gewünschte Kombination geben und nicht die von der Verwaltung favorisierte Lösung.

Die Umsetzung beginnt frühestens 2010. Wie der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg berichtete, werde die Stadt Erkelenz die kommunale Infrastruktur in Immerath (neu) und in Borschemich (neu) 2009 bauplanerisch beginnen und nach den entsprechenden Beschlüssen ab 2010 umsetzen.

Bis dahin werden die letzten Ungereimtheiten zum „neuen” Immerather Kaisersaal oder zur Mehrzweckhalle mit Bühne für Borschemich (neu) ebenso geklärt sein wie zu einem mögliche Vereinsheim des SV Immerath oder einer Umkleide am neuen Borschemicher Sportplatz.