Kein Sprung ins kalte Wasser

Kein Sprung ins kalte Wasser

Aachen/Hückelhoven (an-o) - Was ist ein Vorlesungsverzeichnis? Wo meldet man sich für Seminare an? Wo ist dieser oder jener Hörsaal? Das sind Fragen, mit denen man sich als Studienanfänger herumschlagen muss. So auch Anna Kruppa, Ingrid Brinkmann und Christoph Röpert.

"Ein bisschen aufgeregt bin ich schon", sagte Ingrid Brinkmann (22) aus Birgelen am Montagmorgen, während sie nervösen Blickes auf den Beginn der Einführungsveranstaltung wartete. Ihr Studiengang: Kunstgeschichte, Germanistik und Soziologie mit dem Magister als Ziel. So viele Fragen, Erwartungen, Hoffnungen. Hunderte neue Gesichter. In vielen davon steht Unsicherheit geschrieben.

Auch Christoph Röpert aus Baal und Anna Kruppa aus Hückelhoven geht es kaum anders. Die beiden studieren BWL und kennen sich vom Hückelhovener Gymnasium. Unklar ist, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen wird. Aber auch Fragen quälen sie: "Werde ich mich hier zurecht finde, werde ich meine Ziele verwirklichen können?"

"Nicht nur Party machen"

"Ich will das Studium so schnell und so gut wie möglich hinter mich bringen", hat sich Röpert vorgenommen. "Aber ein schönes Studentenleben will ich trotzdem." Auch Anna Kruppa will "nicht nur Party machen". Schließlich möchte sie im Bereich Controlling arbeiten.

An der RWTH Aachen werden die "Erstis", wie sie von den älteren Studenten liebevoll genannt werden, keineswegs ins kalte Wasser geschmissen. Ganz im Gegenteil: Es wird alles dafür getan, damit sie in den ersten Wochen nicht den Überblick verlieren. In Einführungsvorlesungen stellen sich die Dozenten vor.

Tutoren sollen helfen

Danach werden die "Erstis" auf Tutorien verteilt. "Das sind kleinere Gruppen, geleitet von älteren Studenten", weiß Röpert nach der Einführung. "Die sollen uns zeigen, wie wir uns in den verschiedenen Instituten zurecht finden." Auch Abkürzungen, hinter denen sich Personen oder Veranstaltungsräume verbergen, werden erklärt: "SfO 3, AH I, da kann man schon mal die Orientierung verlieren", so Kruppa. "Gerade wenn man noch nicht so oft in Aachen gewesen ist. Aachen ist keine Campus-Uni. Die Hörsäle und Institute liegen nicht zentral an einem Platz, sondern quer über die Stadt verteilt."

"Nach dem Rundgang haben wir uns in ein Café gesetzt und uns unterhalten", so Ingrid Brinkmann. "Da konnten wir schon mal erste Kontakte mit unsere Kommilitonen knüpfen. Allerdings bin ich froh, wenn mein Stundenplan steht." Auch dabei helfen die Tutoren, denn die Gefahr ist groß, dass man sich im ersten Semester übernimmt. "Es gab zwar am Anfang ein wenig Durcheinander", so Röpert. "Aber es hat schließlich doch noch gut geklappt. Am Donnerstag ist meine erste richtige Vorlesung. Darauf bin ich richtig gespannt."