Kreis Heinsberg: Kein Schild für das „Heinsberger Land“ an der A46

Kreis Heinsberg : Kein Schild für das „Heinsberger Land“ an der A46

Jeder dürfte sie von Fahrten auf der Autobahn her kennen: Unterrichtungstafeln weisen Verkehrsteilnehmer auf touristische Ziele hin, seien es Baudenkmäler, Landschaften oder Kulturstätten. Es sind die bekannten braunen Schilder mit weißer Schrift und Piktogrammen, wie sie zum Beispiel an der A61 für das Rheinische Braunkohlenrevier oder an der A52 für den Naturpark Schwalm-Nette zu entdecken sind.

Vor dem Hintergrund eines — auch und gerade touristisch ausgerichteten — Regionalmarketings hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) als „sinnvolle und wünschenswerte Maßnahme“ — wie es in der Vorlage für die Oktober Sitzung des Kreis-Ausschusses für Kultur, Partnerschaft und Tourismus formuliert war — eine Beschilderung an der A46 (im Raum Erkelenz) und an der neuen B56 (im Bereich Selfkant) vorgeschlagen: Die Tafeln sollten die Aufschrift „Heinsberger Land — südlicher Niederrhein“ tragen, ergänzt um das obligatorische Piktogramm. Die WFG und die Kreisverwaltung wurden vom Ausschuss einstimmig beauftragt, bei den kreisangehörigen Städten und Gemeinden ein Meinungsbild zur Aufstellung solcher Tafeln einzuholen und eine entsprechende Beschlussvorlage vorzulegen.

Diese liegt jetzt vor, tagt doch der Ausschuss am kommenden Montag im Heinsberger Kreishaus. Das Meinungsbild sei abgefragt worden, ist da nun zu lesen. Das Thema sei auch im März in der Konferenz der Hauptverwaltungsbeamten behandelt worden. Der Vorschlag, touristische Hinweisschilder mit der Aufschrift „Heinsberger Land“ aufzustellen, habe „vonseiten der Hauptverwaltungsbeamten keine Unterstützung“ gefunden.

Eine Abfrage bei den Städten und Gemeinden habe vielmehr zu anderen Vorschlägen geführt: Begas-Haus (Museum für Kunst und Regionalgeschichte) sowie Freizeit- und Naherholungsgebiet Lago Laprello in Heinsberg, Bergfried und Burg Wassenberg, Burg Trips und Teverener Heide in Geilenkirchen sowie Zeche Sophia-Jacoba in ­Hückelhoven. WFG und Kreisverwaltung würden — auch unter Berücksichtigung der nicht unerheblichen Finanzierungskosten — befürworten, es den Städten und Gemeinden in eigener Zuständigkeit und Verantwortung zu überlassen, die Aufstellung entsprechender Hinweisschilder zu beantragen, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss.

WFG und Kreisverwaltung würden dazu ihre Unterstützung zusagen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass von der Stadt Hückelhoven bereits im März 2017 ein entsprechender Antrag mit Blick auf die frühere Zeche Sophia-­Jacoba und das Fördergerüst Schacht 3 gestellt worden sei.

WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski erklärte auf Nachfrage, er werte die Haltung der Hauptverwaltungsbeamten nicht als Votum gegen das „Heinsberger Land“ im Grundsätzlichen, Städte und Gemeinden und bestimmte Interessengruppen würden aber „eigene touristische Highlights“ auf den Hinweisschildern an der Autobahn bevorzugen.

(disch)