Erkelenz: Kein guter Platz für die Skater

Erkelenz : Kein guter Platz für die Skater

An der Graf-Reinald-Straße durften die Skater und Boarder nicht bleiben, an der Neumühle sorgten Anwohner dafür, dass die Politiker einknickten und der Verlagerung der Skateranlage dorthin nicht zustimmten.

Jetzt hoffen auch die Anwohner des Adolf-Kolping-Hof, dass die Skateranlage nicht auf den dortigen Spielplatz errichtet wird, so wie es die Verwaltung angedacht hat.

Die Anwohner haben ihre Bedenken notiert und im Rahmen einer Anhörung zur notwendigen Bebauungsplanänderung vorgetragen. Für sie ist der Standort hinter dem Kindergarten Adolf-Kolping-Hof wegen der umliegenden Wohnbebauung und des durch die Anwohner zu erwartenden Widerstands nach Inbetriebnahme der Anlage abzulehnen.

Auch seien die Skater und Boarder nicht an erneuten Reibereien mit Anwohnern interessiert.

Mehrere Argumente gegen die Skateranlage an dieser Stelle führt die Nachbarschaft an.

So sei die sporttypische Geräuschbelästigung nicht nur störend, sondern auch belastend für alle Menschen, die tagsüber ruhebedürftig seien. An dieser Sachlage könne auch der geplante Lärmschutzwall nichts ändern. Je nach Windrichtung breite sich der Schall zu allen Seiten aus.

Neben dem sporttypischen Lärm trete der Lärm durch den Betreib mitgebrachter Musikanlagen. Es sei den Anwohnern nicht zumutbar, zu allen möglichen Zeiten mit Musik voll gedröhnt zu werden.

Es sei keine Kontrolle möglich, da sich die Anlage auf einem unbewachten, unabschließbaren Gelände befinde. Niemand könne die Garantie übernehmen, dass wenigstens zu festgesetzten Zeiten und an Sonn- und Feiertagen Ruhe einkehrt.

Schon jetzt sei der Spielplatz durch Müll verunreinigt. Dieser Müllberg würde unweigerlich noch größer. Jetzt schon lande viel Müll in den Vorgärten.

Zum Thema Müll gehöre auch die Frage, wo den die Benutzer der Skateranlage zur Toilette gehen sollen. Es bliebe nur der Weg in die Büsche.

Eine derartige Skateranlage werde erfahrungsgemäß ebenso auswärtige Skater wie Neugierige anziehen, was zu Konflikten führen könne. Durch die ständige Anwesenheit einer größerer Anzahl von Skatern sei zu befürchten, dass das bisherige soziale Gefüge nicht mehr gegeben sein werde.

Noch würde der Spielplatz mit Ausnahme des Bolzplatzes von Kindern weiter unter 14 Jahren benutzt. Sie würden auf lange Sicht verdrängt werden; ebenso wie die Fußballer, die wegen der Verkleinerung den Bolzplatz nicht mehr wie gewohnt nutzen können.

Besonders problematisch erscheint der Nachbarschaft die soziale Kontrolle. Der Ruf nach der Polizei sei wahrscheinlich ebenso unvermeidlich wie Klagen der Anwohner gegen die Stadt.

Auch sehen die Bedenkenträger Parkplatzprobleme auf sich zukommen. Jetzt schon sei die Zahl der Autostelleplätze gering, sollte der angrenzende Supermarkt seinen Parkraum sperren, seien weitere Konflikte unausweichlich.

Aus allen diesen Überlegungen heraus folgern die Anwohner des Adolf-Kolping-Hofes und des Reinhold-Klügel-Hofes, die in großer Zahl die Liste der bedenken unterschrieben haben: Somit sei es aus Gründen zur Abwehr von unzumutbaren zusätzlichen Belastungen für die Bewohner abzulehnen, die Skateranlage auf dem Spielplatz am Adolf-Kolping-Hof zu errichten.

Die protestierenden Anwohner lehnen allerdings nicht nur ab, sie machen auch einen konkreten Vorschlag für einen aus ihrer Sicht idealen Standort: Die Stadt solle die Anlage vordringlich auf dem geplanten Sportgelände westlich der B 57 einrichten, da die Anwohner der zukünftigen Wohnbebauung sich dann an einer vorhandenen Anlage orientieren könnten.