Waldfeucht: Katerstimmung nach der Wahl

Waldfeucht : Katerstimmung nach der Wahl

Richtig „gut!” fühlt sich Johannes von Helden am Tag nach der Wahl. Kein Wunder, schließlich wurde der Waldfeuchter Bürgermeister von der Bevölkerung für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt.

Am Wahlabend selbst stieß von Helden bereits mit Mitstreitern der CDU auf den Erfolg seiner Partei an: 63,0 der Wählerstimmen gingen ebenso an die Union wie 13 Direktmandate, von Helden holte 57,2 bei der Bürgermeisterwahl.

Nach dem eindeutigen Sieg strahlt der Bürgermeister: „Ich möchte mich bei den Wählern für das Vertrauen bedanken”, ist seine erste Reaktion. Darüber hinaus gratuliert er allen Parteien, die den Sprung in den Gemeinderat geschafft haben. „Ich hoffe auf gute, ehrliche und offenen Zusammenarbeit.”

Wohl kaum in Feierlaune ist die SPD. Mit gerade mal 15,8 (minus 7,5 ) der Wählerstimmen sind die Sozialdemokraten zwar immer noch zweitstärkste Kraft in Waldfeucht, allerdings reicht das desaströse Ergebnis lediglich für vier Sitze. Heinz-Theo Tholen hatte dieses Ergebnis erwartet: „Aufgrund der Großwetterlage habe ich mit solchen Verlusten gerechnet.”

Schade findet Tholen nur, dass der Bundestrend die Kommunalpolitik so stark überlagert. „Wir Politiker sollten deutlicher klar machen, dass Bundes- und Kommunalpolitik voneinander getrennt sind.” Doch mit dem Bundestrend allein sind die Verluste der SPD in Waldfeucht nicht zu erklären, weiß auch Tholen. „Es ist uns nicht gelungen, unsere Wähler zu motivieren”, gibt er zu.

Wenig Grund zur Freude hat Heinz-Josef Laufens von der UBG. Wenngleich er in Brüggelchen das Direktmandat ergatterte und die UBG sich „mehr oder weniger behaupten” konnte, ist er mit dem Gesamtergebnis unzufrieden.

Mit dem Verlust von 0,9 auf 13,4 verliert die UBG einen Sitz im Rat. „Wir hätten durch die Verluste von CDU und SPD profitieren können.” Das sei aber nicht gelungen. Das Ergebnis führt Laufens einerseits auf Wahlverdrossenheit zurück, andererseits auf die personell schwierige Situation. Einige Wahlbezirke waren nicht besetzt.

„Wir freuen uns riesig, dass wir nun als Fraktion im Rat mitwirken können”, ist Fia Thebrath begeistert. Mit 5,9 (plus 2,4 ) gibt es jetzt zwei Grüne Stimmen im Rat. „Wir haben wieder viele Ideen und hoffen darauf, dass wir noch mehr Gehör finden.”

Einer der Wahlsieger ist Franz-Josef Jöris. Er zieht für die FDP (2,0 ), die erstmals in Waldfeucht antrat, in den Rat ein. „Wir wollten in den Rat, und das ist mit meinem Einzug gelungen.” Um so höher sei der Erfolg zu bewerten, da die FDP in nur sechs der 13 Wahlbezirke angetreten sei. „Zudem ist es schwer, mit der UBG als zweiter liberalen Bewegung mitzuhalten.”