Heinsberg-Karken: Karkener Hanfseil-Wette auch in China ein Hit

Heinsberg-Karken : Karkener Hanfseil-Wette auch in China ein Hit

Dass ihn ein Hanfseil, das er mit bloßen Händen zerreißen kann, nicht nur ins deutsche Fernsehen brachte, sondern sogar nach China führte, Volker Munsche aus Karken kann es immer noch nicht recht glauben.

„Wegen gerade mal 30 Sekunden nach Peking”, schmunzelt er, wenn er sich nun im heimischen Wohnzimmer gemeinsam mit seiner Frau Irene die Erinnerungsfotos anschaut, die beweisen, dass dies alles kein Traum war.

Im März vergangenen Jahres hatte ihn das ZDF zu „Wetten, dass...” eingeladen, wo er seine ungewöhnliche Fertigkeit bereits vor einem Millionenpublikum demonstrierte. Fast wäre er damals sogar Wettkönig der Sendung geworden. Genau das aber holte er nun in China nach.

Inzwischen exportierten nämlich Thomas Gottschalk und sein Bruder Christoph mit ihrer Firma Dolce Media GmbH das Sendekonzept erfolgreich nach China. Die Sendung heißt dort „Xiang tioazhan ma?”, jeweils sonntags zur Hauptfernsehzeit im chinesischen Staatsfernsehen CCTV3 zu sehen.

Ins Deutsche übersetzt lautet der Titel „Stellst du dich der Herausforderung?”, da in China offiziell das Glücksspiel verboten ist. 35 bis 40 Millionen Zuschauer sitzen dann vor den Fernsehern, um die Sendung mitzuerleben, die allerdings nie live, sondern stets aufgezeichnet als zweieinhalbstündige Show präsentiert wird.

Neben chinesischen „Wetten” und Fertigkeiten, die Volker Munsche außerordentlich beeindruckten, wird in jeder Sendung derzeit auch ein Wettkandidat aus der ZDF-Sendung „Wetten, dass...” präsentiert, den das chinesische Fernsehen auswählt. Besonders die „Power-Wetten” aus Österreich, der Schweiz und Deutschland, so erzählt Volker Munsche, stehen beim chinesischen Fernsehpublikum ganz oben in der Gunst.

Mit wieviel Begeisterung die Zuschauer bei der Aufzeichnung in einer riesigen Pekinger Sporthalle mitmachen, das durfte er selbst erleben. „Die toben noch toller als die Fans bei einem erfolgreichen Heimspiel von Alemannia Aachen”, zieht er einen Vergleich.

Das Bühnenbild ist knallig bunt, und abweichend zur deutschen Version treten nur zwei Prominente auf, die dann allerdings den Ausgang aller Wetten erraten müssen. Bei der Ausstrahlung der Sendung werden die Zuschauer vor dem Bildschirm dann mit einbezogen.

Sie haben nämlich die Möglichkeit, ebenfalls zu „wetten”, indem sie eine eingeblendete Telefonnummer wählen und abstimmen, ob der Versuch klappt oder nicht. Dafür wird das Bild in der Ausführung angehalten.

Außerdem entscheiden Saalpublikum, Prominente und die Macher der Sendung über die interessanteste und beste „Herausforderung”. Der entsprechende Wettkandidat wird dann vom chinesischen Staatsfernsehen auch noch mit einer Auszeichnung, einer Plakette bedacht.

Mit einer solchen Plakette kehrte auch Volker Munsche nach erfolgreich präsentierter „Hanfseil-Wette” nach Karken zurück. Er konnte besonders das Saalpublikum beeindrucken, da im Vorfeld einige „starke Männer” die Gelegenheit erhielten, ihre Kraft zu beweisen und das Seil zu zerreißen, natürlich erfolglos.

Für den Auftritt im chinesischen Fernsehen gab es kein Honorar. Zur Einladung nach Peking reiste Volker Munsche mit Ehefrau Irene. Vom chinesischen Fernsehmanager Dr. Wang Jian wurde den Munsches am Tag nach der Aufzeichnung ein Pkw mit ortskundigem Fahrer und einem sehr kompetenten deutschsprachigen Reiseführer zur Seite gestellt, der ihnen die interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte.

Dazu gehörten ein kleiner Teil der 6300 km langen chinesischen Mauer, Paläste mit insgesamt 9990 Zimmern oder die beeindruckenden Parkanlagen der „Verbotenen Stadt”. „Besonders die rund 4500 zu bewältigenden Stufen der chinesischen Mauer ließen uns unsere Muskeln noch tagelang spüren”, lachen beide rückblickend.

Krönender Abschluss des Kurztrips nach China war ein festliches Essen in Chinas Toprestaurant, in welches die chinesische Regierung ihre Gäste bei Staatsbesuchen einlädt. Hier ließen sich Irene und Volker Munsche eine original „Pekingente” munden.

„Alles in allem war die ganze Reise ein tolles Erlebnis, das sich in dieser kompakten Form niemand kaufen kann. Wir waren begeistert von der uneingeschränkten Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Informationsfreude der Gastgeber sowie dem unglaublich euphorischen Publikum in der Halle”, fasst Volker Munsche das Erlebte noch einmal zusammen.

Sogar eine weitere Einladung wurde bereits angekündigt. Dann soll es nach Shanghai gehen, ebenfalls wieder für eine Show. Vielleicht bringt ihn die eigentlich als Jux angebotene „Hanfseil-Wette” noch durch die ganze Welt, unmöglich schein dies inzwischen nicht mehr.