Kampf gegen Aids gilt seine ganze Kraft

Kampf gegen Aids gilt seine ganze Kraft

Heinsberg-Kirchhoven/Haaren. „Dort wo man geboren ist, hat man seine Wurzeln, dort wo man lebt, seine Heimat” ist ein Ausspruch von Pater Franz Houben anlässlich seines Heimaturlaubs in diesem Jahr.

Vor 60 Jahren in Waldfeucht-Haaren geboren, lebt er in diesem Monat genau seit 30 Jahre in Namibia. Nicht zuletzt durch den Arbeitskreis „Dritte Welt” in Haaren ist seine vielfältige Arbeit in der Missionsstation in Okatana nicht unbekannt.

Doch davon in Briefen oder Berichten zu hören und zu lesen ist eine Sache. Pater Franz Houben vor Ort zu erleben und dies nicht nur für einige Tage, ist eine andere. „Als Vorruheständler hat man viel Zeit”, so Willy Lennartz aus Kirchhoven, der sich entschloss, einen Teil dieser Zeit nützlich zu verbringen.

Durch seine Frau Trudi, die gemeinsam mit Pater Franz Houben in Haaren zur Schule ging, wurde bei einem Klassentreffen zunächst die Idee für einen Besuch geboren, der auch bereits im Jahr 2000 im Rahmen einer vierwöchigen Namibia-Reise erfolgte. Eine Woche lang war man auf der Missionsstation Okatana zu Gast.

Am Beginn des Vorruhestandes entschied sich Willy Lennartz, für drei Monate nach Namibia zu fahren, um Pater Franz Houben bei seiner Arbeit in der Missionsstation im Norden Namibias nahe der angolanischen Grenze als „freier Mitarbeiter” zu unterstützten. „Ich war Mädchen für alles”, berichtet er von vielen Begegnungen und Begebenheiten.

„Im Ovamboland, der nördlichsten und bevölkerungsreichsten Region Namibias, hatte ich Gelegenheit, die Arbeit der Missionare, aber auch das Leben der einheimischen Bevölkerung zu erlebe.” Dabei hat er bleibende Eindrücke gesammelt.

Von Okatana aus werden von zwei deutschen und zwei einheimischen Oblaten- Patres in einem Umkreis von 120 Kilometern 35 Pfarren betreut. In der Station in Okatana werden auch die Pfarrgemeinderäte aus- und weitergebildet, die die pastorale Arbeit in den weit entfernt liegenden Gemeinden tragen. Dazu gehört auch eine medizinische und schulische Ausbildung, die die Bevölkerung befähigen soll, künftig diese Aufgaben in Eigenverantwortung zu übernehmen.

Unter Federführung

Pater Franz Houben hat sich vor dem Hintergrund, dass jeder vierte Namibianer infiziert ist, vordringlich dem Kampf gegen Aids verschrieben. So wurde in Oshakati, einer Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern, in Zusammenarbeit mit der Catholic-Aids-Aktion, dem Haarener Arbeitskreis „Dritte Welt” sowie weiteren Hilfsorganisationen und privaten Spendern unter der Federführung von Pater Franz Houben ein Aids-Beratungs-Center gebaut, das HIV-Tests durchführt.

Schwerpunkt der Arbeit, so berichtet Willy Lennartz, sei die Beratung und das Gespräch vor dem Test sowie die weitere Betreuung und Begleitung von Aids-Kranken. Diese werden, soweit sie in ihren „homesteads” (Hütten) bleiben, von freiwilligen Helferinnen betreut. Landesweit sind 116 Gruppen mit 1520 freiwilligen Helferinnen tätig, im Gebiet der Missionsstation von Okatana allein 40 Gruppen mit rund 615 Freiwilligen, die mehr als 600 Aidskranke betreuen.

Allein hier wurden im letzten Jahr über 500 schulpflichtige Kinder registriert, die durch Aids ihre Eltern verloren haben. Auch um diese immer zahlreicher werdenden Aids-Waisen kümmert sich das Tonateni-Center. Auf Initiative und mit großer Unterstützung durch Pater Houben wurde hier eine Suppenküche errichtet, die den Kinder eine warme Malzeit ermöglicht.

Sie werden außerdem nachmittags durch ehrenamtliche Helfer betreut, denn in der Regel leben diese Aidswaisen bei ihren zumeist überforderten Großeltern. Welche Wertschätzung Pater Franz Houben in seiner afrikanischen Heimat genießt, das konnte Willy Lennartz miterleben. Er weilte in Okatana, als Pater Franz Houben hier seinen 60. Geburtstag feierte und unter anderem mit einem traditionellen Häuptlingsgewand beschenkt wurde.

Pater Houben bei seinem Kampf gegen Aids zu unterstützen, das ist das Anliegen von Willy Lennartz, für den die drei Monate in Namibia ein beeindruckendes wie unvergessliches Erlebnis waren.

„Pater Houben ist auf die Unterstützung von außen angewiesen”, bittet Willy Lennartz um finanzielle Hilfe: Arbeitskreis „Dritte Welt Haaren” Konto 4001022011 bei der Volksbank Haaren (BLZ 370 693 30) oder Konto 2004000 bei der Kreissparkasse Heinsberg (BLZ 31251220).