Wassenberg-Orsbeck: Kampf der Geschlechter lässt kein Auge trocken

Wassenberg-Orsbeck : Kampf der Geschlechter lässt kein Auge trocken

Mit „Standing Ovations” feierte das Orsbecker Publikum am Premiereabend und bei den beiden weiteren ausverkauften Vorstellungen die Akteure des Rurauen-Theater-Vereins Orsbeck Luchtenberg.

Wer im Publikum vermutet hatte, dass Autor Karl Krings den Laiendarstellern den Schwank „Ein Wahlkampf mit Hindernissen” scheinbar auf den Leib geschrieben hatte, der bekam am Ende auch dafür noch die Bestätigung, als nämlich Achim Wierschin verriet, dass sich hinter dem Pseudonym kein anderer als das Ensemblemitglied Karl-Heinz Lind verbarg.

In der Orsbecker Mehrzweckhalle sorgten die drei Aufführungen des humoristischen Dreiakters zugleich für einen „Kampf der Geschlechter”, der kein Auge trocken ließ.

Es waren die kleinen, fast nebensächlich erscheinenden Bemerkungen in den Dialogen, die immer wieder für Würze, Lebendigkeit und damit zugleich für Szenenapplaus sorgten. Sie verrieten die Handschrift von Regisseurin Gabi Hlavsa.

Schauplatzes des Stückes voller turbulenter Handlungen, Missverständnissen und Verwirrungen war eine Gaststube. Nur vordergründig sind Käthe und Hermann Schmitz (Monika Matzerath und Achim Wierschin) als Wirtsehepaar und konkurrierende Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers die Hauptpersonen.

Dass sie sich im Wahlkampf nichts schenken und vor keiner kleinen Gemeinheit zurückschrecken, versteht sich dabei schon fast von selbst.

Zwischen die Fronten gerät ein Graf mit Namen Löwenstein (Kai Bennett), der nach einem Zusammenstoß mit der Tür zeitweise sein Gedächtnis verliert und im Schottenrock gekleidet plötzlich glaubt: „Hilfe ich bin eine Frau”.

Ihn wiederum möchte Johanna Maier (Betti Lind) verführen und greift dabei ohne Rücksicht auf die Figur zur Reizwäsche, einem roten Stringtanga. Dass dieses „Nichts” dann anschließend vom grundsoliden Hermann auch noch zum Putzen verwendet wird, trägt verständlicherweise zur Gaudi des Publikums bei.

Mitmischen wollen natürlich Rosi und Lambert Lenzen (Ellen Gerighausen und Karl-Heinz Lind) als ein Bauunternehmer-Ehepaar, Werner Hausmann (Hans Stolingwa) auf der Seite der Männer und Lieselotte Jansen (Inge Wittkowski), die sich mit den Frauen solidarisch erklärt und am Ende den Grafen abkriegt.

Als zunächst uneheliche Tochter des Ortsvorsteherkandidaten sorgt Julia Wolf (Kerstin Zawieja) natürlich ebenfalls für Verwicklungen, zumal sich ausgerechnet Christian Schmitz (Stefan Beckers), der Sohn des angehenden Ortsvorstehers, in sie verliebt.

Das darf natürlich nicht sein, das „Geheimnis” vor der Wahl aber auch nicht gelüftet werden. Am Ende aber kommt dann doch alles ganz anders. Christian wird der neue Ortsvorsteher, und auch der Liebe steht nichts im Wege, da der Vater dann doch der Bauunternehmer ist.

Klar, dass nach drei Akten und knapp drei Stunden Spielzeit für das Stück ein Happy End mit vier glücklichen Paaren programmiert und für die Zuschauer ein vergnügter Abend beziehungsweise Nachmittag zu Ende ist.

Renate Hochmuth sorgte als Souffleuse für die Textsicherheit, in der Maske agierten Margit Hermanns und Rita Schultewolter, für die Requisiten war Iris Malter zuständig, und Karl Hochmuth betreute die Technik.