Junge Leute bedauern Wegfall des Disco-Buses

Junge Leute bedauern Wegfall des Disco-Buses

Kreis Heinsberg. Junge Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren verunglücken am häufigsten.

Weil die Unfallstatistiken darüber hinaus belegen, dass meistens eine besonders riskante Fahrweise und das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss die Ursachen sind, sucht das Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde regelmäßig dort das Gespräch, wo die jungen Leute sind. So am Samstag vor der bekanntesten Diskothek der Region, die im Volksmund immer noch als Haus Waldesruh bekannt ist.

Am Eingangsbereich hatte das Kommissariat Vorbeugung ein Zelt aufgebaut, in dem zu Reaktionstests, Gesprächen und Informationen eingeladen wurde. Dabei war auch die DRK-Bereitschaft Heinsberg und die Deutsche Verkehrswacht. Zeitgleich fanden landesweit verstärkte Geschwindigkeits- sowie Alkohol- und Drogenkontrollen auf den Straßen statt.

Den etwas anderen nächtlichen Disco-Einsatz leitete Kriminalhauptkommissar Friedrich Mathieu, der sich mit den Verkehrssicherheitsberatern Manfred Kunst, Peter Hissel sowie Frank Meuffels und Willi Jansen über das große Interesse der Jugendlichen freute. Insbesondere die Reaktionstests am Fahrsimulator fanden großes Interesse.

Der 18-jährige Sven aus Geilenkirchen ließ sich währenddessen über die unterschiedlichen Brems- und Anhaltewege bei trockener und nasser Straße aufklären. Einige Nachtschwärmer wollten auch einfach testen, ob sie nach dem ersten Bierchen erste Reaktionsveränderungen spüren.

Klar, dass auch die Folgen des Konsums von Alkohol und Drogen in Verbindung mit Auto fahren zu den Themen gehörte. Im Rahmen ihrer Aufklärungs- und Vorbeugungsarbeit setzt die Polizei dabei auch auf die weiblichen Begleitung. Friedel Mathieu erinnerte an die in Himmerich durchgeführte „Aktion Schutzenge”: „Die Damen sollen ihre Begleiter klar zu verstehen geben, dass sie mit Raserei nicht zu beeindrucken sind und dass sich nicht zu alkoholisierten Fahrern ins Auto setzen!”

Hier wurde die schlechte Erreichbarkeit der ländlich gelegenen Disco mit Bussen angesprochen. Melanie aus Wassenberg wunderte sich, als gegen 23 Uhr der „Disco-Bus” des Kreises Düren vorfuhr. „Warum gibt es bei uns keinen Disco-Bus mehr?” fragte sie Schlagworte wie „Sparmaßnahmen” und „politische Entscheidung” machten die Runde.

Die Polizeibeamten konnten nur bestätigen, dass es eine sinnvolle Sache ist, dass aus dem Großraum Düren der Disco-Bus für eine preiswerte und sichere An- und Abreise sorgt. Ansonsten gaben sie sich diplomatisch, was sie jedoch nicht können, wenn es um den Besitz und den Konsum illegaler Drogen geht.

Denn einige fragten nach dem so genannten Streifentest, der den schnellen und sicheren Nachweis erbringt. „Diesen Test können wir hier nicht machen”, berichtete Friedrich Mathieu unserer Zeitung, dass man sich bei positivem Befund unmittelbar mit einem Gesetzesbruch beschäftigen müsste.