Wegberg/Beeck: Jugendstiltür und Buntfenster gaben Ausschlag

Wegberg/Beeck : Jugendstiltür und Buntfenster gaben Ausschlag

Dass der Beecker Ortskern rund um die Kirche einen besonderen Wert hat, kann der Betrachter sehenden Auges erkennen.

Liebevoll gestaltete Glasfenster, kunstvoll geschnitzte Holztüren, Ornamente und alte Backsteinfassaden zeugen vom Glanz und Reichtum früherer Zeiten. Besonders aus historischem Blickwinkel sind zahlreiche Gebäude daher unersetzlich.

Schon lange steht zum Beispiel das alte Bürgermeister-Wohnhaus, in dem sich heute das Trachtenmuseum befindet, unter Denkmalschutz.

Der Ausschuss für Städtebau, Umwelt und Verkehr der Stadt Wegberg hat nun auch das rückwärtige, ehemalige Wirtschaftsgebäude, in dem sich früher das Bürgermeisteramt befand, als Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen.

Das Rheinische Amt für Denkmalpflege im Landschaftsverband Rheinland hatte grünes Licht für den Antrag des Heimatvereins Wegberg-Beeck gegeben.

Als Begründung für den Denkmalwert des zweigeschossigen Wohnhauses, Holtumer Straße 10, führt der Landschaftsverband unter anderem die Zugehörigkeit zum Gebäude des Trachtenmuseums an.

Besonders erhaltenswert ist laut Gutachten die Jugendstiltür mit farbigem Glaseinsatz, ein weiteres Fenster mit Bleiverglasung und Buntfenstern sowie gleichartige Fenster ohne Buntverglasung.

Im Obergeschoss findet sich zudem als Verbindung zwischen zwei ehemaligen Amtsräumen eine zweiflüglige Tür mit kleinteilig-ornamental angeordneter Sprossenverglasung. Auf den Wänden sind noch Spuren von Schablonmalerei erkennbar.

Der ursprüngliche Charakter als Wirtschaftsgebäude ist auf der Hofseite der ehemaligen Bürgermeisterei erkennbar, wo sich zwei zugemauerte Toröffnungen befinden.

Ursprünglich besaß das breit gelagerte Gebäude vermutlich wie auf der Hofseite eine Backsteinfassade, die allerdings während der Nutzung als Gemeindeverwaltung verputzt, mit abgesetzten Tür- und Fensterwänden sowie mit einem neuen Eingang versehen wurde.

Im Zuge der Neueintragungen setzte der Ausschuss zudem die Überreste des Brühler Hofs südöstlich von Schloss Tüschenbroich unter Denkmalschutz.

Das Bodendenkmal stammt aus dem Spätmittelalter und gehörte wahrscheinlich zu Haus Tüschenbroich. Aus Sicht der Bodendenkmalpflege gehört die Hofwüstung zu den bedeutenden mittelalterlichen Hofanlagen in der Rheinischen Bucht.

Dokumentierte Hausfundamte, schriftliche Überlieferungen sowie Funde bei vergleichbaren Hofanlagen lassen weitere Baureste im Boden vermuten. Dieses „Bodenarchiv” sei geeignet, die Lebensweise und Gepflogenheiten der Menschen im Mittelalter zu dokumentieren, heißt es in der denkmalrechtlichen Begründung.