Jugendschutz ist auch ein Thema im Karneval

Jugendschutz ist auch ein Thema im Karneval

Kreis Heinsberg. In der Karnevalszeit finden besonders viele Feste und Feiern statt, an denen auch Kinder und Jugendliche teilnehmen.

Die Bemühungen vieler Vereine um die Brauchtumspflege werden von den Jugendschutzfachkräften der Jugend- und Ordnungsämter und der Polizei grundsätzlich begrüßt.

Mit den intensiven Bemühungen um eine sinnvolle Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen tragen die Vereine wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung und Vorbeugung vor abweichendem Verhalten bei.

Allerdings erleben Minderjährige auch bei vielen Erwachsenen, dass Fröhlichkeit und Alkoholkonsum anscheinend zusammengehören. Gelegentlich werden sogar unbedacht Minderjährige zum Mittrinken animiert. Hier sollte der Grundsatz „Vorbilder prägen” besondere Beachtung finden.

Die Veranstalter von Karnevalssitzungen und Tanzveranstaltungen, aber auch die Inhaber von Gaststätten und sonstigen Verkaufsstellen von Alkohol (Kioske, Tankstellen, Imbissstuben oder Supermärkte) sind für die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der Jugend verantwortlich.

Einige Vereine im Kreis Heinsberg sind dabei besonders vorbildlich und senken die Preise für alkoholfreie Getränke bei Jugendveranstaltungen deutlich. Einzelne Veranstalter verkaufen bei diesen Anlässen sogar grundsätzlich keinen Alkohol.

Das neu beschlossene Jugendschutzgesetz wird voraussichtlich April 2003 nach der Umsetzung noch erforderlicher Änderungen im Medienrecht in Kraft treten.

Die bisherigen Jugendschutzbestimmungen bezüglich der Alkoholabgabe und der Teilnahme an Tanzveranstaltungen Ñ auch die darin genannten Altersbeschränkungen Ñ haben auch nach der zukünftig gültigen Neufassung weiterhin Gültigkeit.

Die Arbeitsgruppe Jugendschutz im Kreis Heinsberg weist daher erneut alle Verantwortlichen auf einige wichtige Bestimmungen aus dem Gesetz zum Schutz der Jugend hin:

Jugendlichen unter 16 Jahren ist die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten gestattet. 16- bis 18-Jährige dürfen ohne Begleitung bis 24 Uhr bleiben.

Disco- und Tanzveranstaltungen zum Karneval gelten als gewerbliche Veranstaltungen und fallen nicht unter Ausnahmeregelungen der Brauchtumspflege. Daher gelten auch da die genannten Altersgrenzen.

Die Abgabe von Branntwein und branntweinhaltigen Getränken an Kinder und Jugendliche ist verboten. Dazu gehören auch Branntwein-Mixgetränke, die oft in Kleinflaschen verkauft werden. 16- bis 18-Jährigen ist der Verzehr von Bier und Wein gestattet.

Das Rauchen in der Öffentlichkeit darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht gestattet werden.

Auch von anerkannten Trägern der Jugendhilfe werden Kinder- und Jugendveranstaltungen angeboten, die üblicherweise in Jugendeinrichtungen stattfinden und von engagierten Mitarbeitern pädagogisch begleitet werden.

Die Inanspruchnahme gewerblicher Diskotheken für regelmäßige Kinder- und Jugenddiscos als reines Konsumangebot wird von den verantwortlichen Behörden in der AG Jugendschutz ausdrücklich abgelehnt.

Eine derartige Nutzung von Gaststättenbetrieben sollte auf seltene Einzelveranstaltungen beschränkt bleiben, da für Eltern, Kinder und Jugendliche ansonsten die Grenzen der Jugendschutzbestimmungen nicht mehr nachvollziehbar sind.

Die Kontrollpflichten der Gaststätten und Diskothekenbetreiber werden darüber hinaus erschwert, wenn sie unter 16-jährige Personen in ihren Objekten regelmäßig Zutritt gewähren, während sie es im normalen Geschäftsbetrieb unterbinden müssen.

Außerdem wird es den Jugendheimen im Kreis Heinsberg, die mit professioneller Disco-Technik nicht konkurrieren können, erheblich erschwert, über gelegentliche Kinderdisco-Veranstaltungen ihre sonstigen wichtigen pädagogischen Angebote für Kinder und Jugendliche anzubringen.

Im Kreisgebiet werden nicht nur von der Polizei, sondern auch von den anderen zuständigen Behörden während der Karnevalstage besondere Kontrollen durchgeführt. Bei Verstößen drohen den Verantwortlichen Geldbußen bis 15 000 Euro.

Vereine sollten sich bezüglich ihrer Veranstaltungen frühzeitig mit dem Ordnungsamt ihrer Stadt oder Gemeinde in Verbindung setzen.

Darüber hinaus versenden die Jugendämter im Kreis zur Zeit Informationsschriften und Plakate der AG Jugendschutz an die Vereine und sonstigen Veranstalter sowie an Verkaufsstellen von Alkohol.