Selfkant: „Jugend ist Gold wert, müssen am Ball bleiben”

Selfkant : „Jugend ist Gold wert, müssen am Ball bleiben”

Als gelungen kann man die Auftaktveranstaltung des Gewerbeverbands Selfkant mit ihrer Praktikanten- und Handwerkerbörse in der Zehntscheune Millen betrachten.

Obwohl nicht alle der eingeladenen Schulen aus dem Selfkantgebiet erschienen waren, zeigten sich die Teilnehmer beeindruckt von der Idee und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion.

Der Gewerbeverband Selfkant hatte vor einiger Zeit die Vision, die Schüler aus dem Selfkant noch mehr über das Ausbildungsangebot zu informieren. Eine Broschüre mit vielen Firmen, die Praktikanten und Lehrstellen anbieten, wurde nun den Schulen überreicht, um hier die Schüler über das Angebot zu informieren.

Eines wurde klar: Es gibt im Selfkant noch genügend Ausbildungsplätze, es fehlen die Azubis. Hier möchte man nun vom Gewerbeverband eine engere Zusammenarbeit mit den Schulen starten.

„Wenn Bedarf besteht, kommen wir in die Klassen oder machen auf freiwilliger Basis eine Veranstaltung auch mit den Eltern”, so Guido Meures vom Gewerbeverband.

Zusammen mit Heide Huchel, Hermann Otten und Willi Ruers stellte Meures das Konzept vor.

Wichtig für den Gewerbeverband war: Die Kontakte sind geknüpft, wobei jeder erste Schritt schwer ist. Alle Teilnehmer am großen runden Tisch waren sich einig: „Wir müssen die Eltern und auch das Arbeitsamt mit ins Boot nehmen”.

Dies sah auch Peter Oellers von der Berufsberatung des Arbeitsamtes so. Er wünschte sich ebenfalls eine übergreifende Zusammenarbeit. „Von der Liste bin ich überrascht, einige Firmen die Lehrstellen anbieten, kannte ich gar nicht.”

Meures freute sich über das große Interesse der Lehrer, von denen auch einige Anregungen kamen. Das Kreisgymnasium Heinsberg hatte mit der Firma Frauenrath eine Lernpartnerschaft besiegelt.

Hier werden unter anderem Bewerbungsseminare oder Computerlehrgänge angeboten. Die Lehrer waren sich einig: Es sei eine gute Sache, wenn die Betriebe in die Schulen kämen.

„Viele der Pädagogen haben nicht viel Ahnung von der Berufswelt in den Betrieben, da kann ein Meister oder Ausbilder schon wesentlich mehr Inhalte vermitteln. Wenn ich die Erwartungen vor allem in der Wirtschaft sehe, dann wissen manche Lehrer gar nicht, wie gut sie es haben”, so ein anwesender Lehrer.

Marcel Ballas vom Alten- und Pflegeheim in Höngen sprach für die Unternehmen, die Auszubildende suchen: „Die Jugend ist Gold wert, wir müssen hier am Ball bleiben. Notfalls holen wir für unseren Betrieb die Jugend zu Infoveranstaltungen noch ab.”

Theo Sentis vom Berufskolleg Geilenkirchen sah die Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb auch als sehr wichtig an.

„Wir merken selbst, wenn Meister am Unterricht teilnehmen, erhalten die Jugendlichen einen Motivationsschub. Viele bekommen auch einen Einblick in der Berufswelt, andere kommen zur Erkenntnis: ich muss mich in der Berufswahl neu orientieren.”

Gleich nach der Veranstaltung knüpften die Lehrer aus Höngen Kontakt, planen eine Infoveranstaltung auf freiwilliger Basis mit Schülern, Eltern und Betrieben des Gewerbeverbands Selfkant.

„Die Liste mit den Lehrstellenangeboten ist noch lange nicht komplett”, freute sich Hermann Otten bereits über ein dickes Handbuch.