Kreis Heinsberg: „Jugend aktiv”: Nicht nur Tim hat viele neue Freunde gefunden

Kreis Heinsberg : „Jugend aktiv”: Nicht nur Tim hat viele neue Freunde gefunden

„Es werden Tränen fließen”, war sich Willi Engels, Vorsitzender des vor anderthalb Jahren gegründeten Vereins „Jugend aktiv - Verein für unabhängige Jugendarbeit im Kreis Heinsberg”, schon vor dem Abschied sicher.

Eine Woche lang hatten Jugendliche aus dem russischen Arsamas, dem montenegrinischen Tuzi und dem Kreis Heinsberg auf dem Zeltplatz des Kreises Heinsberg in Wassenberg-Birgelen zusammen gelebt. Sie hatten gemeinsam gegessen, Ausflüge unternommen, Spiele gemacht und sich dabei kennengelernt - auch über Sprachbarrieren hinweg.

Die 14 Russen, zwölf Montenegriner und zwölf Kreis Heinsberger im Alter von zwölf bis 15 Jahren waren im Wassenberger Rathaus vom Schirmherrn der Jugendbegegnung, Bürgermeister Manfred Winkens, und im Heinsberger Kreishaus von Kreisdirektor Peter Deckers und von Sparkassendirektor Thomas Pennartz empfangen worden. Die Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung förderte dieses internationale Treffen. ­Zuschüsse gab es auch aus dem Bundesjugendplan.

Dank moderner Kommunikationsmittel dürfte sich die Hoffnung erfüllen, die Kreisdirektor Peter Deckers in seinen Begrüßungsworten zum Ausdruck gebracht hatte: „Es wäre sehr schön, wenn die Kontakte auch über das Treffen ­hinaus bestehen blieben und Freundschaften entstünden.” Die Jugendlichen haben ihre E-Mail-Adressen ausgetauscht.

Christoph Kirstein, neben Willi Engels die zweite Säule von „Jugend aktiv”, begleitete schon für die Sportjugend des Kreissportbundes Begegnungen mit den Jugendlichen aus Arsamas, einer 106 000-Einwohnerstadt im Verwaltungsbezirk Nischni Nowgorod, schon zu Zeiten. Ein gutes Dutzend Mal war er bereits in Arsamas und wird sicherlich auch im nächsten Jahr wieder beim Gegenbesuch der Deutschen in Russland mit von der Partie sein. Kirstein: „Wir haben gerade den Partnerschaftsvertrag für die Weiterführung der Jugendbegegnung mit Arsamas unterschrieben.” Larissa Kiselova vom Sport- und Jugendamt in Arsamas, die die Jugendlichen begleitete, unterzeichnete das Papier für den russischen Partner.

Die Montenegriner weilten erstmals im Kreis Heinsberg. Über den Kontakt zu Claus Kleinen vom Förderverein für das Zentrum Sanctae Crucis hatte „Jugend aktiv” die Kinder einladen können. Mario aus der in der Nähe der Hauptstadt Podgorica gelegenen Kleinstadt Tuzi war einer von ihnen. Er ist ein echtes Sprachtalent. Neben seiner Muttersprache Serbisch hat der bald Zwölfjährige Englisch und Italienisch in der Schule gelernt und Deutsch vor dem Fernseher. Was gefiel Mario in Deutschland am besten? Mario: „Der Movie-Park, aber auch die Natur und das Frühstück.”

Spezialitäten aus der Heimat

Für den Abschlussabend der Jugendbegegnung auf dem Birgelener Zeltplatz hatten die Jugendlichen Spezialitäten ihrer Heimat zubereitet. „Bei Euch gibt es das, glaube ich, gar nicht”, so Mario. „Es sieht aus wie eine Torte mit Käse.” Pide heißt das leckere Gebäck, das Mario und die montenegrinischen Gäste für den letzten Abend ausgewählt hatten. Die Russen servierten kleine Maultaschen, gefüllt mit Gehacktem, Pelmeni genannt. Die deutschen Gastgeber warfen den Grill an und die Bratwurst auf den Rost.

Lob für die Betreuer gab es nicht nur von Rinat Muckhamedzanov: „Die waren immer für uns da.” Armin Mokhtarian ersetzte den Papa, Freundin Ellena Brunn die Mama. Tim, Teilnehmer aus dem Kreis Heinsberg, sagte: „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe viele neue Freunde gefunden.” Das dürfte nicht nur für ihn gelten...