Kreis Heinsberg: „Jugend aktiv“: Beeindruckt von der Gastfreundlichkeit in Rumänien

Kreis Heinsberg : „Jugend aktiv“: Beeindruckt von der Gastfreundlichkeit in Rumänien

Im vergangenen Jahr feierte Willi Engels seinen 75. Geburtstag. Doch wer da denkt, da hat man mehr Zeit, der kennt Terminkalender von Rentnern und ganz besonders den von Willi Engels nicht. Die Jugend hält fit, davon kann Willi Engels mehr als ein Lied singen.

Er ist froh, in der Jugendarbeit aktiv zu sein. Früher war Engels im Kreissportbund und da besonders für die Sportjugend engagiert, vor einigen Jahren hat er dann zusammen mit Freunden den Verein „Jugend aktiv“ gegründet. Der Verein für unabhängige Jugendarbeit im Kreis Heinsberg ist rege: Jetzt gab es erstmals eine Fahrt nach Rumänien.

Für Willi Engels wie auch für zehn Jugendliche aus dem Kreis Heinsberg und die Betreuer Regina Nuss und Christoph Kirstein war es eine Fahrt ins Ungewisse. „Wir hatten bisher die Kontakte nur in einer Richtung“, so Engels. So konnten schon rumänische Jugendlichen und ihr Betreuer Franz Schmidt im Kreis Heinsberg als Gäste begrüßt werden. Nun war er so weit: Mit dem Flugzeug startete die Reise nach Rumänien ab Dortmund.

Im Vorjahr war dieser Gegenbesuch beim Zeltlager vereinbart worden. Alle waren sehr gespannt. Tobias Winkens aus Obspringen hatte seiner ersten Reise nach Rumänien zunächst mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. „In meinen Vorstellungen dachte ich an kaputte Häuser, an schlechte Straßen — dass eben alles alt sei und nicht so modern, wie es bei uns hier ist.“ Doch Tobias Winkens ließ sich eines Besseren belehren. Vom Hörensagen hatte er auch vernommen, dass sehr viele streunende Hunde in Rumänien herumlaufen würden. Dies konnte ­Tobias Winkens aber bestätigen — und fand dies nicht so toll.

Tobias Winkens hatte im Vorfeld von einem gastfreundlichen Rumänien gehört und konnte dies im Nachhinein nur bestätigen. Herrliche Landschaftsbilder blieben ihm in Erinnerung — vor allem aber auch die Menschen. So sah er viele, die tatkräftig mit anpackten und unter anderem beim Hausbau halfen. Zudem staunte er über den Erfindungsgeist. „Die Menschen sind hier viel ärmer als bei uns, aber sie helfen sich gegenseitig“, sammelte Tobias Winkens Ein­drücke fürs Leben. Nachdenklich stimmte die Erkenntnis, dass es in Rumänien viele behinderte Kinder gibt.

Für die junge Dana Perrey aus Wassenberg war der Besuch einer Selbstversorgungsfarm beeindruckend. Dort leben auch behinderte Menschen, die viel Unterstützung erhalten. Die Heinsberger Gruppe erlebte, wie sich die Menschen gegenseitig helfen. „Die Behinderten haben sich selbst eine Farm aufgebaut und leben hier“, fand Dana die Idee und die Umsetzung einfach nur toll.

Beide Jugendliche waren beeindruckt. Rumänien sei zwar ein armes Land. Sie hörten auch, dass das Durchschnittseinkommen sehr niedrig sei und nur wenige hundert Euro betrage. Umso erstaunter waren da alle, dass der Dieselkraftstoff dort noch teurer sei als in Deutschland. Nach Möglichkeit möchten beide Jugendliche das Land aber nochmals besuchen und weiter kennenlernen. Die Gastfreundlichkeit hat einen starken Eindruck hinterlassen. Was ganz besonders erfreute: Es war sehr heiß in Rumänien. Das Wetter war super.

Die Heinsberger Gruppe wurde sehr freundlich empfangen, wobei die Jugendlichen erneut sehr schnell zueinander Kontakt fanden. Einige Jugendliche kannten sich aus dem Vorjahr. Die Gruppe wurde von Bürgermeister Calin Ilie Abrudan im Rathaus der Stadt Ineu begrüßt. Der Bürgermeister sprach wie Schulleiter Professor Ioan Nicodin bereits von einer Verbundenheit durch die vielen internationalen Begegnungen mit dem Kreis Heinsberg; beide wünschten sich weitere Begegnungen in den kommenden Jahren.

In Erinnerung bleibt auch ein Besuch bei Franz Schmidt, dem Organisator der internationalen Begegnungen auf rumänischer Seite. Der Schulrat war ein exzellenter Reiseführer. Vorsitzender Willi Engels dankte allen Sponsoren und ganz besonders für die finanzielle Unterstützung mit Mitteln aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes.

(agsb)