Selfkant-Tüddern: Jo Vliex führt Musiker zu hoher Qualität

Selfkant-Tüddern : Jo Vliex führt Musiker zu hoher Qualität

Es waren ganz besondere Vorzeichen für das Frühjahrskonzert des Instrumentalvereins St. Cäcilia Tüddern: Dirigent Jo Vliex ist seit 50 Jahren als Dirigent im Einsatz. Und die musikalische Biografie von Jo Vliex ist beeindruckend.

Er musizierte bereits im Alter von 14 Jahren am Aachener Stadttheater unter der Leitung des berühmten Dirigenten Herbert von Karajan und begann 1958 sein Musikstudium am Konservatorium Maastricht. Neben dieser Ausbildung studierte er in Köln Kompositionslehre, seit 1980 arbeitet er in erster Linie als Komponist für Blasmusik, Spielmannsleute und Chöre.

Jo Vliex (3.v.l.) stand neben den beiden Musikerinnen Ira Plümäkers und Kirstin Gerads im Mittelpunkt: Sie wurden vom Vereinsvorsitzenden Norbert Pohl, Bürgermeister Herbert Corsten und Ortsvorsteher Hans-Hubert Ruers (v.r.) ausgezeichnet.
Jo Vliex (3.v.l.) stand neben den beiden Musikerinnen Ira Plümäkers und Kirstin Gerads im Mittelpunkt: Sie wurden vom Vereinsvorsitzenden Norbert Pohl, Bürgermeister Herbert Corsten und Ortsvorsteher Hans-Hubert Ruers (v.r.) ausgezeichnet. Foto: agsb

Seit 65 Jahren ist Jo Vliex Musiker, er spielte unter anderen im Orchester des Stadttheaters Aachen. Seit 1992 ist Jo Vliex Dirigent in Tüddern, seit 16 Jahren ebenfalls Dirigent beim Musikverein Granterath. Die Granterather Musiker spielten auch beim Konzert in Tüddern. Dabei wurde die Handschrift des Niederländers Vilex deutlich.

Zu Beginn spielte beim Frühjahrskonzert die Drumband des Instrumentalvereins unter Leitung des Vorsitzenden Norbert Pohl.

Unter Jo Vliex kletterte der Musikverein auf eine Niveaustufe der Musikleiter, die nur wenige Musikvereine erreichen. Jo Vliex führte den Instrumentalverein zur internationalen Klasse. Die Konzertstücke waren ein musikalischer Genuss für die vielen anwesenden Musikfreunde. Jo Vliex komponierte einen Marsch für Nelson Mandela, in dem er sein Lebenswerk würdigte. Südafrikanische Klänge mit zweistimmiger Melodie ließen vor dem geistigen Auge einen unvergessenen Blick vom Tafelberg auf Kapstadt entstehen.

In „A swinging Classic“ gab es modernes Swing-Tempo mit einem beeindruckenden Jazz-Finale. In „Intrada Baroque“ sorgten Pauken, Becken, kleine und große Trommel für einen zeitgenössischen Klang. Bei der „Polka Italienne“ standen die Klarinetten im Vordergrund. Der Instrumentalverein St. Cäcilia besteht aus vielen Personen mit unterschiedlichen Talenten und Instrumenten. Wie in einem Uhrwerk greifen im Orchester dann viele Rädchen ineinander, damit die Musikstücke nicht nur gut klingen, sondern sich wie im Konzertwerk „To be continued“ zu einem fulminanten Finale steigern.

Die „Trumpets Party“ ist ein sehr schnell gespieltes Stück, dabei standen die Trompeten im Vordergrund. Im Jahr 2012 komponierte Jo Vliex den Konzertmarsch „The Centenarian“ für den Instrumentalverein. Dieser Marsch setzte einen grandiosen Schlusspunkt zum Ende des Abends durch den gastgebenden Verein.

Anschließend standen verdienstvolle Vereinsmitglieder im Mittelpunkt. Besonders Jo Vliex stand im Rampenlicht, denn eine 50-jährige Dirigententätigkeit ist schon eine außergewöhnliche Sache. Es gab viel Applaus für Vliex, und Ortsvorsteher Heinz-Hubert Ruers bezeichnete den Dirigenten als festen Bestandteil des Dorfes.

Eine Auszeichnung gab es auch für Ira Plümäkers. Sie wurde für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt. Sie gehört zu den Musikerinnen mit dem weitesten Anreiseweg zur Probe, denn sie kommt aus Grevenbroich und fehlt trotzdem sehr selten. Kirsten Gerads blickt ebenfalls eine 30 Jahre währende aktive Musikerlaufbahn. Sie ist außerdem im Vorstand engagiert.

Nach den Ehrungen präsentierte der Musikverein Granterath seine musikalische Qualität. Unter Jo Vliex reifte auch der Musikverein Granterath zur musikalischen Stärke, er ist eine Größe im Erkelenzer Raum. Der Musikverein spielte zunächst den „Schwabengruß“ und anschließend weitere Konzertbeiträge wie „Film Festival“ oder „Jesus Christ Superstar“. Mit der Sopransängerin Kerstin Cornette führten die Granterather außerdem „Can‘t help falling in Love“ und „Wein’ nicht um mich, Argentinien“ auf. Sie boten großes musikalisches Kino.

Zum Konzertabschluss spielten beide Verein zusammen auf, es erklang unter anderm der Jubiläumsmarsch „The golden Baton“. Jo Vliex komponierte zum eigenen Jubiläum diesen Marsch, es gab also eine Uraufführung in Tüddern.

Die Tüdderner Musiker weisen außerdem schon jetzt auf ein weiteres Highlight hin. Am 26. September spielt auf besonderen Wunsch von Jo Vliex die Großherzogliche Militärkapelle von Luxemburg anlässlich des Dirigentenjubiläums in Tüddern.

(agsb)