Alsdorf: Jetzt sind die Schlichter gefragt

Alsdorf : Jetzt sind die Schlichter gefragt

Die Tarifverhandlungen für die rund 2000 Beschäftigten von Saint Gobain Glass und Sekurit in der Aachener Region sowie in Köln-Porz und Mannheim sind gescheitert.

Dies bestätigte Manfred Maresch, stellvertretender Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) in Alsdorf, auf Nachfrage unserer Zeitung.

In der dritten Verhandlungsrunde hätten die Arbeitgeber 1,9 Prozent Entgelterhöhung ab 1. Januar 2011 mit einer Laufzeit von 14 Monaten und eine Einmalzahlung für das Jahr 2010 in Höhe von 280 Euro angeboten. Dies sollte, so Maresch weiter, nur gelten, wenn die IGBCE bereit sei, „eine Öffnungsklausel zu vereinbaren, die den Betriebsparteien die Möglichkeit gibt, bei Notwendigkeit die Löhne und Gehälter um bis zu zehn Prozent zu reduzieren”.

Nach „zähen Verhandlungen” habe sich die Unternehmensseite dazu bereiterklärt, auf die tarifliche Öffnungsklausel zu verzichten. Stattdessen sei eine Erhöhung von 2,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 350 Euro sowie eine Gesamtlaufzeit von zwei Jahren in Aussicht gestellt worden. „Dieses Angebot war aus Sicht der Tarifkommission unzureichend.” Die Arbeitgeber hätten sich geweigert nachzubessern und das Scheitern der Verhandlungen erklärt.

Die erste Schlichtungsrunde soll am 5. Oktober in Düsseldorf stattfinden. Trotz der knappen Zeit will die Gewerkschaft „weiteren Druck aufbauen”, so Maresch, um die Arbeitgeber zum Einlenken zu bewegen.

Sicherlich, so Maresch, entspreche deren letzte Offerte dem Abschluss, der unlängst für das Saint-Gobain-Werk in Würselen vereinbart worden sei. Doch im Gegensatz dazu „geht es den anderen Werken deutlich besser - auch wenn die Unternehmensseite die Welt schlechtgeredet und mögliche Produktionsverlagerungen etwa nach Polen in den Raum gestellt hat, um dem zunehmendem Wettbewerbsdruck durch die Automobilindustrie zu entgehen”. Doch die aktuellen wirtschaftlichen Ergebnisse seien durchaus positiv, sieht Maresch noch Verhandlungsspielraum.