Jetzt schon an Karneval denken

Jetzt schon an Karneval denken

Gestern war Nikolaus. Und für jeden normalen Menschen ist das das letzte Signal, um sich vernünftig auf das Weihnachtsfest vorzubereiten, wenn man nicht - wie sonst immer - an Heiligabend auf die Angebotspalette der Tankstellen zurückgreifen möchte.

Anders als beim normalen Menschen sieht das jedoch beim gemeinen Straßenkarnevalisten aus. Der ist mit seinen Gedanken zurzeit gar nicht beim Fest der Liebe, sondern muss schon den Rosenmontagszug planen. Denn genau jetzt müssen beim Straßenverkehrsamt die Anträge für die Dorfumzüge gestellt werden, damit es Anfang März wieder Kamelle, Konfetti und Dosenbier auf die Schaulustigen am Straßenrand regnen kann. Und wer schon mal erlebt hat, wie flink Behörden im Rest des Jahres arbeiten, der kann sich vorstellen, wie das erst in der Weihnachtszeit aussieht. Wobei das Wort "arbeiten" in Bezug auf Behörden ja ohnehin sehr beschönigend ist. Gemeint ist die Tätigkeit, mit der man sich dort die Langeweile während des Kaffeetrinkens und des Herumtratschens vertreibt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, sorgt eine Verfügung von Regierungspräsident Roters für zusätzliche Aufregung bei den Narren. Da will die Bezirksregierung doch allen Ernstes, dass alle am Zug teilnehmenden Vehikel künftig ganz streng vom TÜV kontrolliert werden sollen. Das könnte für den Kreis Heinsberg bedeuten, dass es 2003 ausschließlich Fußgruppen geben wird, denn die meisten Traktoren, die bisher die Motto-Wagen gezogen haben, die haben wahrscheinlich seltener einen TÜV gesehen, als eine Bergziege das Meer. Aber noch besteht kein Grund zur Sorge, denn wie sagt der Rheinländer so schön: "Et hätt noch immer jot jejange."