Erkelenz: Jetzt passen die Hemden wieder

Erkelenz : Jetzt passen die Hemden wieder

„Jetzt die Arme auseinander, zehn, neun, acht, sieben” Melanie Kentrat, Leitung Sozialer Dienst, sitzt auf dem Wasserbett im Snoezelenraum des Johanniter-Stifts Erkelenz und zählt, während die Bewohner Herbert Hahn und Herbert Schulz einen Ball zusammenpressen.

Dabei macht sie die Bewegungen vor, um möglichst einen größten Trainingseffekt zu erzielen. Schließlich haben die beiden Herren beim Bauch-weg-Training ein ganz festes Ziel vor Augen. „Wir wollen erreichen, dass der Bauch verschwindet und wir weniger Gewicht haben”, sagt Herbert Hahn. Und deshalb wird nur selten gestöhnt, auch wenn die beiden Senioren kurz darauf drei Kilo stemmen müssen.

Seit Anfang des Jahres gibt es das Bauch-weg-Training als wöchentliches Angebot im Johanniter-Stift. „Wir sind seit der ersten Stunde dabei”, sagt Herbert Schulz stolz. Begonnen haben die beiden Männer mit einem halben Kilo. Nun stemmen sie satte drei Kilogramm. Melanie Kentrat befestigt Manschetten von einem Kilo an den Armen und drückt den beiden eifrigen Sportlern neue zwei Kilo schwere Hanteln in die Hand. „Die quält uns jetzt damit”, kommentiert schmunzelnd Herbert Schulz.

Kurz darauf müssen sie die Hanteln immer wieder hochstemmen. Melanie Kentrat beginnt wieder zu zählen, immer wieder aufs Neue, bis den wackeren Trainingskandidaten fast die Puste ausgeht. Herbert Schulz wirft ein: „Wenn ich Morgen k. o. bin, sind Sie das Schuld.” Er macht aber weiter wacker mit, denn das Training täte ihm gut, wie er gesteht. Erste Erfolge haben sich bei den beiden Männern bereits eingestellt. „Die Hemden passen wieder”, sagt sein Mitstreiter Herbert Hahn. Aufgeben kommt auch für ihn nicht in Frage. Konzentriert macht er weiter. „Jetzt rudern wir den Wannsee rauf und runter”, sagt Melanie Kentrat. „Lieber den Hariksee”, entgegnet Herbert Schulz. Mit zwei kleineren Hanteln vollziehen die Bewohner die Ruderbewegungen nach, die ihre Trainerin vormacht. Herbert Hahn verzieht das Gesicht, kämpft aber weiter.

Dann werden die Manschetten an den Beinen befestigt und Melanie Kentrats Anweisung lautet: „Beine hoch, Fußspitzen anziehen und halten.” Bei einer weiteren Übung müssen die Senioren einen Ball zwischen den Beinen zusammenpressen. „Das ist gut für die Oberschenkel”, erklärt Kentrat. Und dann passiert es. Herbert Schulz bekommt einen leichten Krampf.

Doch nach einer kurzen Auflockerung macht er weiter und trainiert den Brustkorb mit Zuhilfenahme eines Gummibandes. Eine halbe Stunde ist inzwischen vergangen, und die beiden Bewohner haben es geschafft. Zum Abschluss machen sie noch einige Entspannungsübungen und freuen sich bereits auf das nächste Bauch-weg-Training.